Mittwoch, 28. Januar 2009

Ist der Mensch noch Natur?

Ist der Mensch noch Natur? Das war heute eine spannende Frage in unserem Seminar. Ich hänge den Gedanken noch bisschen hinterher. Und natürlich denken viele, dass der Mensch eben nicht mehr Natur ist, weil er sie zerstört. Und manche Menschen wollen zurück zu der Natur und man muß sich fragen: aber wie eigentlich? Kann man sich derart als Subjekt von der Masse trennen?

Aufjedenfall ist ein interessanter Ansatz:
1. Das der Mensch sich überhaupt fragt "Bin ich noch Natur?" zeigt, dass er sich schon mit dieser Frage aus der Natur ausgrenzt. Wir fragen uns eben nicht "Bin ich noch Kultur?", denn das ist eindeutig klar, das sind wir. Aber Natur?

2. Wir betonen doch gerade selbst, dass wir eine Art "Sonderstellung" im Kreislauf haben. Wir sind diejenigen die sowas wie ein Geist haben. Wir können nach dem Sinn fragen und haben Religion.. Jahahah... aber... was wollen wir nun sein? Etwas geistig-sinnhaftes oder doch lieber Natur und nahe am Tier? Für eine Seite sollte sich der Mensch schon entscheiden.

3. Dann kamen wir auf etwas, was meinem Glauben entspricht. Die Natur ist das Göttliche und das Göttliche ist die Natur. Warum ich daran glaube? Wenn ich die Natur beobachte sehe ich einen Kreislauf, ein Wunder, ich frage mich wie das alles funktionieren kann? Woher weiß "es/man" das es so richtig funktioniert? Und das auch noch so perfekt?
Aufjedenfall wenn wir sagen Natur=Göttlich, dann muß man sich fragen, wo hier der Mensch ist? Richtig man wird ausgegrenzt. Und erst bei dem ergab mein Glaube eigentlich erst einen Sinn. Mich stören Menschen und die Natur ist eben das, wo keine Menschen sind! Erst da ist für mich was perfektes anzutreffen, ein Wunder anzutreffen.

4. Dann haben wir ne kurze Zeit über den Determinismus geredet. Determinismus bedeutet in einfachen Worten "Bestimmtheit/vorbestimmt". Wir sind determiniert. Jedoch wenn der Mensch das weiß, wenn wir also wissen das manches vorbestimmt ist, erst dann ist sowas wie ein eigener Wille möglich! Erst wenn ich über meine Vorbestimmung weiß, kann ich sie ändern und zwar willentlich. Ich habe vor paar Stunden im Seminar den Sinn über das Lesen von Horoskopen erklärt, natürlich aus meiner Sicht.
Ich lese gerne Horoskope und manchmal wenn dort beschrieben ist, dass es ein blöder Tag wird, dann denke ich mir, ok jetzt erst Recht. Ich bin morgen eben nicht schlecht gelaunt! Ich weiß etwas über meine Vorbestimmtheit und schöpfe daraus den Willen etwas zu ändern. Natürlich gibt es aber auch da ein Problem! Würde es dann nähmlich bedeuten, dass wenn ich nicht meine Vorbestimmung weiß eine Hülle bin?

5. Der Tod... Wir haben uns im Seminar gefragt, warum der Mensch eigentlich denkt, warum er sowas wie eine Religion erschafft? Die Antwort: der Tod. Und zwar gibt es die Theorie: erst, wenn wir an ein Leben nach dem Tod glauben, also eine erhoffte Vollendung durch den Tod, ist der Mensch erst in der Lage sich religiösen und ethisch-moralischen Gründen zu stellen bzw. aufzubauen. Ist die Moral nur möglich durch den Tod? Gäbe es eine Moral, wenn wir unsterblich wären? Was wäre geschehen, wenn in der gesamten Geschichte kein Mensch umgebracht worden wäre... es sowas wie eine französische Revolution nicht gab, also keine Brüderlichkeit, Gleichheit und Freiheit? Ich mein eigentlich ist doch erst durch das allerschlimmste soetwas wie die Grundrechte entstanden... durch den Tod vieler Milliarden Menschen.

Was wäre ein Leben ohne den Tod? Oder wäre die Moral schon da? Oder zählt Moral nur, wenn jemand Schaden erleiden kann?

Der Tod macht das Leben unerklärbar. Der Tod (das Jenseits) ist ein Stückchen in unserer Welt, was nicht erklärt werden kann. Das ist der Punkt wo die Naturwissenschaften aufhören und der Mensch anfängt...

Die Punkte spiegeln nicht unbedingt meine Meinung wieder, jedoch regen sie ungemein zum Nachdenken an und das mag ich =) Ich wäre gern Denker vom Beruf...

Niphredil´s Hexentaverne

Ein Blog von einer Hexe, Studentin, Frau und Fotografin...

Zitat des Monats:

Es wohnt Genuss im dunklen Waldesgrüne, entzücken weilt auf unbetretener Düne, Gesellschaft ist, wo alles menschenleer, Musik im Wellenschschlag am ewigen Meer. Die Menschen lieb ich, die Natur noch mehr. Lord Byron

***~~***

https://sensemann-zu-besuch.blogspot.com/

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