"Saubermänner" und der Vorwurf der Vergewaltigung
In letzter Zeit ist ja in den Medien das Thema öfters anzutreffen. Die "Saubermänner" und der Vorwurf der Vergewaltigung.
Ich glaube lange Zeit galt der "Saubermann", also ein Mann der sympathisch und humorvoll wirkt und ein "normales" bis "gutes" Leben führt(e), als Unantastbar. Zerbröckelt das momentan? Bei Kachelmann und Strauss-Kahn kommt hinzu, dass sie in der Öffentlichkeit standen bzw. große Macht und Verantwortung besitzen. Sich diese Männer als Vergewaltiger vorzustellen scheint ungeheuer schwer. Den eher mittellosen, unbekannten Frauen ist es einfacher eine Rolle der Lügnerin und Betrügerin zuzuschieben.
Selbstverständlich ist noch keiner verurteilt und somit rechtlich gesehen unschuldig. Das hindert uns aber nicht daran, trotzdem über sie zu urteilen. Die Männer die Saubermänner und die Frauen die Lügnerinnen.
Weiß die Justiz eigentlich wie einseitig teilweise ein Vergewaltigungsverfahren ist? Die Aussagen der Frauen als Opfer (oder der Männer als Opfer) wird mehr Aufmerksamkeit geschenkt: kann das so stimmen? Sagt sie die Wahrheit? Beim Täter spielt es eine untergeordnete Rolle, ob er nun lügt oder nicht. Wenn er sich selbst belastet, kann er lügen wie er will. Das Opfer muss die Wahrheit sagen. Somit steht das Opfer immer im Lichte der Rechtfertigung und der Überprüfung.
Aufjedenfall, so kommt es mir vor, wird vermehrt über sexuelle Gewalt, zumindestens in den Medien, gesprochen. Im Mittelpunkt stehen hier jedoch oft ungemein grausame Taten, die sehr selten vorkommen. Von den Millionen von anderen Möglichkeiten sexuelle Gewalt auszuführen wird nichts gehört. Kommt dieser Diskurs überhaupt in den Köpfen an? Welches Bild wird uns vermittelt durch die Medien? Eigentlich wird uns ein Bild vermittelt, dass es so nicht gibt. Es verschweigt die ganzen kleinen Taten, die schon fast wie eine Feder an unserem Unterbewusstsein vorbeischreddern um erst später einen Augenblick des Betroffenseins auszulösen. Es vermittelt:
Einmal der Gedanke seitens der Nicht-Opfer: 1. Mir passiert sowas schlimmes nicht. und 2. In meinem Umfeld gibt es sowas Schlimmes nicht.
Dahingegen denken Opfer: 1. Bin ich dran schuld? 2. Habe ich mich nicht genug gewehrt?
Opfer und Nicht-Opfer treffen sich nicht. Austausch? Unmöglich.
Und so verbleibt trotz allem Medienrummel, die "private" sexuelle Gewalt im Privaten ohne Aussicht für das Opfer, da irgendwie rauszukommen. Immernoch wird stillheimlich die sexuelle Gewalt akzeptiert und oft wird dabei gedacht, der Mann hat Recht, das Opfer hat Pech.
LG
Niphredil
Ich glaube lange Zeit galt der "Saubermann", also ein Mann der sympathisch und humorvoll wirkt und ein "normales" bis "gutes" Leben führt(e), als Unantastbar. Zerbröckelt das momentan? Bei Kachelmann und Strauss-Kahn kommt hinzu, dass sie in der Öffentlichkeit standen bzw. große Macht und Verantwortung besitzen. Sich diese Männer als Vergewaltiger vorzustellen scheint ungeheuer schwer. Den eher mittellosen, unbekannten Frauen ist es einfacher eine Rolle der Lügnerin und Betrügerin zuzuschieben.
Selbstverständlich ist noch keiner verurteilt und somit rechtlich gesehen unschuldig. Das hindert uns aber nicht daran, trotzdem über sie zu urteilen. Die Männer die Saubermänner und die Frauen die Lügnerinnen.
Weiß die Justiz eigentlich wie einseitig teilweise ein Vergewaltigungsverfahren ist? Die Aussagen der Frauen als Opfer (oder der Männer als Opfer) wird mehr Aufmerksamkeit geschenkt: kann das so stimmen? Sagt sie die Wahrheit? Beim Täter spielt es eine untergeordnete Rolle, ob er nun lügt oder nicht. Wenn er sich selbst belastet, kann er lügen wie er will. Das Opfer muss die Wahrheit sagen. Somit steht das Opfer immer im Lichte der Rechtfertigung und der Überprüfung.
Aufjedenfall, so kommt es mir vor, wird vermehrt über sexuelle Gewalt, zumindestens in den Medien, gesprochen. Im Mittelpunkt stehen hier jedoch oft ungemein grausame Taten, die sehr selten vorkommen. Von den Millionen von anderen Möglichkeiten sexuelle Gewalt auszuführen wird nichts gehört. Kommt dieser Diskurs überhaupt in den Köpfen an? Welches Bild wird uns vermittelt durch die Medien? Eigentlich wird uns ein Bild vermittelt, dass es so nicht gibt. Es verschweigt die ganzen kleinen Taten, die schon fast wie eine Feder an unserem Unterbewusstsein vorbeischreddern um erst später einen Augenblick des Betroffenseins auszulösen. Es vermittelt:
Einmal der Gedanke seitens der Nicht-Opfer: 1. Mir passiert sowas schlimmes nicht. und 2. In meinem Umfeld gibt es sowas Schlimmes nicht.
Dahingegen denken Opfer: 1. Bin ich dran schuld? 2. Habe ich mich nicht genug gewehrt?
Opfer und Nicht-Opfer treffen sich nicht. Austausch? Unmöglich.
Und so verbleibt trotz allem Medienrummel, die "private" sexuelle Gewalt im Privaten ohne Aussicht für das Opfer, da irgendwie rauszukommen. Immernoch wird stillheimlich die sexuelle Gewalt akzeptiert und oft wird dabei gedacht, der Mann hat Recht, das Opfer hat Pech.
LG
Niphredil
Niphredil - 20. Mai, 13:45





