Pitrie (Gast) - 18. Aug, 08:20

Letztlich ist doch aber auch keinem geholfen, wenn er sein Leben lang ohne Arbeit ist und Geld vom Staat bekommt. Von der Höhe dieser Leistung mal ganz abgesehen, hat es doch auch was mit Würde zu tun, sich seinen Lebensunterhalt selbst verdienen zu können.
Insofern ist es doch sehr viel sozialer, meinetwegen auch als Fernziel mehr Arbeitsplätze (oder "Arbeit für alle") erreichen zu wollen, als jedem seinen Lebensunterhalt zu finanzieren.
In Entwicklungsländern hat man das inzwischen kapiert - da heißt es Hilfe zu Selbsthilfe, in Deutschland will man sich wahrscheinlcih nicht auf eine Stufe stellen, aber letztlich ist es doch nur Hilfe zu Selbsthilfe, wenn man den Menschen Arbeit gibt - auch bei uns!

Niphredil (Gast) - 18. Aug, 09:58

Da bin ich etwas anderer Meinung, ich habe aber auch oben nirgends geschrieben, dass ich möchte, dass alle vom Staat leben. Ich will soziale Arbeit. Und nicht um jeden Preis Menschen in die Arbeit schicken... wie Sklaven. Du hast es gut als Juristin, aber ich als Pädagogin werde in meinen ersten 3 Berufjahren, wohl 5 verschiedene Arbeitgeber haben, Halbtagsstellen annehmen müßen und somit 3 Stellen gleichzeitig haben (kein Witz) und eine Bezahlung erhalten, die unter meiner Leistung liegt.

Und ich möchte nochmal betonen: WIR SIND EIN SOZIALSTAAT, also hat es nichts entwürdigendes, wenn jemand vom Staat lebt. Dafür haben wir unser Sozialsystem. Es ist eigentlich nicht unser Ziel, für jeden eine Arbeit zu haben. Es ist unser Ziel für jeden dazu sein, der durch das Netz fällt.

Es hat auch was mit Würde zu tun, nicht im Alter rausgeschmissen zu werden, oder rausgeschmissen zu werden, wenn Manager Bonis einfahren, die locker dazu reichen 50 Leute 2 Jahre zu beschäftigen.

Und auch in Deutschland gibt es Selbsthilfe, nur hier sollten die Beamten mehr von ihrem hohem Ross runterkommen.

LG
Pitrie (Gast) - 18. Aug, 15:26

Naja, ich glaube, da hast du aber auch zu positive Vorstellungen vom Juristenberuf... 80% der Juristen, die ihr zweites StEx in der Hand haben, werden als "Anwalt" tätig sein, viele davon in einer sehr kleinen Kanzlei. Da gibt es wahrlich nicht wenige, die den ganzen Tag arbeiten und gerade so über die Runden kommen, soll heißen, unterhalb von Hartz IV-Satz leben müssen.
Klar gibts auch einige, die gleich in großen Kanzleien einsteigen und da dann richtig viel Geld verdienen - aber um welchen Preis? Nutzt einem ja auch nicht, dann mit 35 den ersten Herzinfarkt o.ä. zu haben...
Natürlich hast du recht, dass man von dem Geld, was man verdient, auch leben müssen kann, da bin ich absolut deiner Meinung.
Und ich bin auch nicht der Meinung, dass staatliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, etwas entwürdigendes hat! Zumindest hab ich mich die letzten Jahr mit BAFöG nicht entwürdigt gefühlt...
Ne, das Problem ist doch ein ganz anderes: Nicht die Hilfe, die in Anspruch genommen wird, sondern die Art und Weise!
Von Hartz IV kann meinetwegen ein Alleinstehender leben, wenn er sich nur genug einschränkt. Bei ner alleinerziehenden Mutter mit zwei Kindern wirds schon schwieriger!
Nur wird die sich dauerhaft auch nicht besser fühlen, wenn sie auf Jahre voll finanziert wird, ganz davon abgesehen, dass der Berufseinstieg nach mehreren Jahren Hartz IV meist utopisch ist. "Hartz IV macht krank" heißt es so oft - ich denke, da ist oft was wahres dran. Nicht (nur) körperlich weil man evtl (zu) wenig hat, um sich gescheit zu ernähren oder medizinische HIlfe in Anspruch zu nehmen, nein vorallem psychisch, weil man "nicht gebraucht" wird - keine Aufgabe hat.
Da ist meines Erachtens das Kernproblem!
Ich glaube, so weit sind wir vielleicht gar nicht auseinander mit unseren Ansichten... ;-)

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