Die nächsten Schritte...
Mein Inneres hat sich in den letzten Tagen beruhigt und ich sehe wieder etwas klarer. Ich habe mir aufgrund der Erkenntnis, dass meine Erfahrung auf Wörter anderer beruht, ein Haus von meinem Seelenleben gemalt. In Gedanken, so gut kann ich nicht malen =) Nachdem alles abgebrannt aussaht, habe ich angefangen den Schutt wegzuräumen. Gedanklich wollte ich danach sofort einen Zaun bauen, merkte aber mit meiner Vernunft, dass das nicht positiv wäre. Momentan steht da nur eine Art Betonplatte, drumerhum noch Schutt, gähnende Leere und Öde. Weiter bin ich nicht gekommen.
Dieser seelische Einsturz war so gar nicht geplant. Ich sahs gerade an meiner Hausarbeit für Pädagogik. Es geht dabei um die von Carl Rogers ausgearbeitete Gesprächspsychotherapie. Und ich las gerade ein paar seiner Werke, unter anderem auch Interviews mit Patienten, als ich merkte, dass ich immer langsamer las und mir im tiefen Unterbewußtsein etwas dämmerte. Ich akzeptiere den Körper ganz, wenn er meint, dass etwas das Bewußtsein nicht wissen sollte. Aber in diesem Moment kam ich ihm wohl zu vor.
Rogers ist ein großartiger Mann! Schon allein durch seine Worte, fühlt man sich einfach zu ihm hingezogen. Neben Freud (der das Wissen hatte) ist Rogers (der das Gefühl hatte) meine liebste Person, die ich in meinem Studium kennenlernen durfte.
Egal wie, irgendwie hat das Schicksal mich und Rogers zusammengeführt. Schon alleine die Übungen die wir im Seminar gemacht haben, waren für mich nicht leicht. Es ging darum, dass wir eine Gefühlsäußerung wiedergeben. Zum Beispiel: es ist alles so auswegslos. ich weiß nicht weiter... Diesen Satz müssen wir wiedergeben: sie fühlen sich....? Ja Punkt Punkt Punkt. Wir waren zu dritt in der Gruppe, und ich habe es einfach nicht geschafft die Gefühle wiederzugeben. Ungläubige Blicke a la "was ist mit der los, dass kann doch jeder?". Nee ich konnte es irgendwie nicht, ich weiß ja heute warum... Mir kamen es wie Minuten vor, bis ich einigermaßen das Gefühl wiedergeben konnte und das traf es nicht unbedingt ins Schwarze. Ich fühlte mich in diesem Moment so "dumm"...
Rogers geht davon aus, dass wir alle ein Selbstkonzept von uns besitzen. Dieses Selbstkonzept setzt sich aus unserem Realkonzept zusammen, also das was wir sind aufgrund unserer Erfahrung, und aus dem Idealselbst, dass was wir sein wollen. Das Realkonzept und das Idealselbst sollten sich weitgehend decken. Probleme gibt es, wenn sich diese zwei Konzepte nicht ähneln. Wenn Erfahrungen fehlen, wie es bei mir der Anschein ist, kann ich mir nicht wirklich ein Realkonzept aufbauen. Ich habe zwar ein Idealselbst aber das kann ich einfach nicht mit dem Realkonzept vergleichen. Das lässt sich leicht erklären:
Ich besitze eine mangelnde Erfahrung und Übung im Umgang mit Menschen. Dies führt natürlich zu Mißerfolgen und Kontakthemmungen. Dies Bestätigt natürlich meine Theorie von mir selbst: Ich bin kontaktscheu... und das führt wiederrum zur Kontaktvermeidung und so schließt sich der Kreis. Die Lösung besteht darin, Kontakte aufzubauen und auch Mißerfolge wegzustecken.
Und wie Eltern und die Gesellschaft das verhindern können? Eigentlich ist das gar nicht so schwer. Schätzt eure Kinder einfach wert. Wertschätzung der Menschen, die an keinerlei Bedingungen geknüpft ist. Wertschätzen heißt Zuneigung, Vertrauen, Liebe und Achtung... OHNE Bedingungen.
Ich hoffe, der Ausflug zu Rogers hat euch gefallen.
Liebe Grüße
Niphredil
Dieser seelische Einsturz war so gar nicht geplant. Ich sahs gerade an meiner Hausarbeit für Pädagogik. Es geht dabei um die von Carl Rogers ausgearbeitete Gesprächspsychotherapie. Und ich las gerade ein paar seiner Werke, unter anderem auch Interviews mit Patienten, als ich merkte, dass ich immer langsamer las und mir im tiefen Unterbewußtsein etwas dämmerte. Ich akzeptiere den Körper ganz, wenn er meint, dass etwas das Bewußtsein nicht wissen sollte. Aber in diesem Moment kam ich ihm wohl zu vor.
Rogers ist ein großartiger Mann! Schon allein durch seine Worte, fühlt man sich einfach zu ihm hingezogen. Neben Freud (der das Wissen hatte) ist Rogers (der das Gefühl hatte) meine liebste Person, die ich in meinem Studium kennenlernen durfte.
Egal wie, irgendwie hat das Schicksal mich und Rogers zusammengeführt. Schon alleine die Übungen die wir im Seminar gemacht haben, waren für mich nicht leicht. Es ging darum, dass wir eine Gefühlsäußerung wiedergeben. Zum Beispiel: es ist alles so auswegslos. ich weiß nicht weiter... Diesen Satz müssen wir wiedergeben: sie fühlen sich....? Ja Punkt Punkt Punkt. Wir waren zu dritt in der Gruppe, und ich habe es einfach nicht geschafft die Gefühle wiederzugeben. Ungläubige Blicke a la "was ist mit der los, dass kann doch jeder?". Nee ich konnte es irgendwie nicht, ich weiß ja heute warum... Mir kamen es wie Minuten vor, bis ich einigermaßen das Gefühl wiedergeben konnte und das traf es nicht unbedingt ins Schwarze. Ich fühlte mich in diesem Moment so "dumm"...
Rogers geht davon aus, dass wir alle ein Selbstkonzept von uns besitzen. Dieses Selbstkonzept setzt sich aus unserem Realkonzept zusammen, also das was wir sind aufgrund unserer Erfahrung, und aus dem Idealselbst, dass was wir sein wollen. Das Realkonzept und das Idealselbst sollten sich weitgehend decken. Probleme gibt es, wenn sich diese zwei Konzepte nicht ähneln. Wenn Erfahrungen fehlen, wie es bei mir der Anschein ist, kann ich mir nicht wirklich ein Realkonzept aufbauen. Ich habe zwar ein Idealselbst aber das kann ich einfach nicht mit dem Realkonzept vergleichen. Das lässt sich leicht erklären:
Ich besitze eine mangelnde Erfahrung und Übung im Umgang mit Menschen. Dies führt natürlich zu Mißerfolgen und Kontakthemmungen. Dies Bestätigt natürlich meine Theorie von mir selbst: Ich bin kontaktscheu... und das führt wiederrum zur Kontaktvermeidung und so schließt sich der Kreis. Die Lösung besteht darin, Kontakte aufzubauen und auch Mißerfolge wegzustecken.
Und wie Eltern und die Gesellschaft das verhindern können? Eigentlich ist das gar nicht so schwer. Schätzt eure Kinder einfach wert. Wertschätzung der Menschen, die an keinerlei Bedingungen geknüpft ist. Wertschätzen heißt Zuneigung, Vertrauen, Liebe und Achtung... OHNE Bedingungen.
Ich hoffe, der Ausflug zu Rogers hat euch gefallen.
Liebe Grüße
Niphredil
Niphredil - 3. Apr, 09:52





