Freitag, 25. Juni 2010

BP das Öl und was es mit uns zu tun hat...

Heute habe ich mal wieder "Die Zeit" gelesen, natürlich ein großer Artikel von BP drin.

Ich muss zugeben, solch große Kapitalisten-Weltbeherrscher in dieser Situation zu sehen bestätigt nur, dass manche Menschen einfach zuviel Geld und zu wenig Hirn besitzen. Danke an BP, dass die Welt endlich sieht wie gewissenlos und dumm manche Konzerne sind. Aber... ja aber...

Was ich wiederrum überhaupt nicht mag, ist BP den absoluten alleinigen Schuldenschuh anzuziehen.

Ich und Du sind an dieser Umweltzerstörung beteiligt. Wir konsumieren, wir fahren Auto, wir fahren in den Urlaub... WIR sind Schuld an der Umweltkatastrophe. Und WIR sollten lernen, dass es manches auf dieser Welt gibt, was der Mensch nicht beherrschen kann und WIR sollten lernen, dass es noch viel gefährlichere Technologien gibt, die irgendwelche Möchtegernkonzerne anbieten, wo sicherlich auch keinerlei Nofallplan vorliegt. Ich denke da beispielsweise an Atomkraft.

Es ist also nicht eine BP-Krise, sondern eine Menschenkrise. Und jetzt gilt es zu lernen und nicht die Schuld abzuschieben an einen Konzern, den es bald sowieso nicht mehr geben wird. Wenn BP geht, lauern aber schon 5 andere Dumm-wie-Bohnenstroh-Kapitalisten, die uns wieder das Blaue vom Himmeln runterrattern, jedoch sollten wir auf das Schwarze im Wasser schauen.

LG

Niphredil
Patrick (Gast) - 25. Jun, 19:05

Mitschuld

Das mit der Mitschuld ist nicht ganz so einfach.
Immer wieder versuchen Leute in selber gebauten Hütten, Tipis und Bauwagen zu leben. Hier in der Schweiz werden solche Versuche praktisch immer mit massiven Polizeieinsätzen geräumt. Es entspräche nicht der Bauordnung. Ein Tipi darf in der Schweiz nirgends legal aufgestellt werden, auch dann nicht wenn es ein Bauer oder eine Bäuerinn auf ihrem Land erlaubt. Nach der Bauordnung muss ein Gebäude, dass höher als ein Meter zwanzig ist, eine Baubewilligung haben. Die wird aber nicht erteilt, wenn das Gelände keine Bauzone ist.
Das Arbeitsamt kann Arbeitssuchende verpflichten bis zu zwei Stunden Arbeitsweg in Kauf zu nehmen. Wird eine solche Arbeit abgelehnt, wird kein Geld mehr bezahlt. Es kann also sein, dass jemand gezwungen wird zwei Stunden für einen Arbeitsweg mit dem Auto zu pendeln, obwohl am neuen Arbeitsort genügend Arbeitslose wären, die diesen Job noch so gerne machen würden. Der aller grösste Teil der Autofahrten wird nicht aus Vergnügen gemacht, sondern unter Lohnzwang.
Diese zwei Beispiele relativiert die Mitschuld doch schon erheblich.
Jetzt wird geplant aus der Wirtschaftskrise mit noch höherem Wachstum wieder heraus zu kommen. Es wird mittels Medien massiv Angst gemacht, dass das der einzige Weg sei. Wenn man schon am finanziellen Abgrund steht, ist es mehr als verständlich, dass man auf solche Angstmache reagiert.
Ich finde es schon gefährlich die Schuld einfach auf den kleinen Mann und die kleine Frau mit zu verteilen. So einfach geht das nicht.
Natürlich hast Du das auch nicht so einfach gemeint.
Wenn wir alle langsam umdenken würden und Werte wieder mehr in anderen Dingen sehen könnten als in Materiellem, könnte das schon eine Wirkung haben, das glaube ich auch.

Niphredil (Gast) - 5. Jul, 14:16

Als Beispiel sich der Wohnung und der Arbeit zu bedienen ist aber auch ein "Totschlagargument". Wir leben ja auf der Welt und müssen auch konsumieren, sonst sterben wir. Das ist klar, darunter gehört auch Wohnung und Arbeit. Nur das "Wie" ist wichtig. Wie richte ich meine Wohnung ein und wie fahre ich zur Arbeit? Was brauche ich WIRKLICH und was ist nur reiner Konsum zum Spaß?

Ich finde es gefährlich die Schuld von sich abzuweisen! Eine Masse von Menschen besteht eben aus den Einzelnen und du kannst nicht einfach sagen: ich bin nicht Schuld.

Ich kann nicht konventionelles Fleisch essen und sagen, dass ich nichts für die Massentierhaltung kann. Sehr vieles in meinem Leben ist mithilfe von Öl hergestellt worden. Ich, Wir tragen Verantwortung für diese Welt. Und diese Verantwortung an große Unternehmen abzugeben ist mehr als falsch.

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