Mittwoch, 16. Mai 2012

Ein Kind schlagen - ist ja nur ein Klaps

Hallo ihr Lieben.

Sorry, wenn ich momentan nicht so viel schreibe, ich bin immer noch dabei meine Vergangenheit aufzuarbeiten. Und das erfordert viel Zeit und Energie; zudem möchte ich auch nicht alle privaten Sachen von mir ausplaudern.

Das Thema Kindheit/Eltern und Vergangenheit ist ein Thema was in den letzten zwei Jahren immer wieder aufbrach. Angefangen hat alles damit, als ich im Garten ein Text von Carl Rogers las. Ich spührte wie dieser Text mich im Unterbewusstsein berührte und sich langsam ein Faden spinnte, der mich in eine Tür blicken ließ, die sonst verschlossen war. Ich hatte immer Angst meine Schattenseite zu bearbeiten. Es war jahrelang meine größte Angst mich in meinen eigenen Schattenraum zu bewegen. Ich fürchtete mich vor den ganzen Lügen, davor, dass ich mich selbst betrügte und ich fürchtete mich vor den ganzen Dämonen und Leichen, die ich dort begraben hatte.

Ja, aber es war unausweichlich. Und als ich immer wieder einen Faden fand, brach es einfach durch. Dann gab es für mich kein Halten mehr; und ich kramte alles aus, was sich da unten verbarg. Das geht jetzt seit zwei Monaten so. Stück für Stück wird alles rausgekramt.

Ein Tipp möchte ich auch geben, den ich den letzten Wochen gelernt habe: Die Angst ist ein Wegweiser. Gerade vor was man sich fürchtet, muss man tun! Das ist der Weg der Heilung...

Schon komisch, dass jeder sagt, dass Angst sinnvoll ist und das sie uns vor Gefahren schützt. Ja, sie ist sinnvoll, wenn sie uns vor REALEN Gefahren schützt. Wenn es um unseren Körper und unser Leben geht. Aber wo gibt es heute für den Menschen einen Grund in Gefahr zu sein? Also. All unsere Ängste sind Wegweiser.

Das Unterbewusste versucht mit Angst, die durchaus real gefühlt wird, nur zu verhindern, dass mit uns was geschieht. Das Problem ist jedoch, dass diese Angst gespeichert ist im Kinderunterbewusstsein. Für das Unterbewusstsein gibt es keinen Zeitrahmen. Hat es einmal eine Erfahrung gemacht in der Kindheit, wird diese Angst immer im Leben real sein. Ob mit 7 Jahren oder mit 99 Jahren. Das Unterbewusstsein kennt keine Zeit. Fürs Unterbewusstsein und für uns ist die Angst sehr real, doch in der Erwachsenenwelt existiert sie gar nicht.

Den Brief, den ich meinen Eltern geschrieben habe, habe ich auch abgeschickt und sie haben ihn auch bekommen. Alle Demütigungen, Verletztungen stehen drin. Viele Eltern denken, sie könnten beleidigen, schlagen und demütigen ohne jemals die Rechnung dafür zu bekommen. Es klappt ja auch ganz gut - das schlagen.

Das Kind denkt irgendwann, dass es das schlagen verdient. Das es selbst Schuld ist, weil es etwas angestellt hat. Was hat es denn angestellt? Das Zimmer nicht aufgeräumt? Eine schlechte Note nach Hause gebracht? Werden Erwachsene dafür geschlagen? "Mir hat es gut getan" höre ich desöfteren. Was hat gut getan? Der Schlag? Sicherlich nicht. Das die Gefühle abgestumpft sind, damit man diesen Schmerz nicht mehr fühlt? Das ist es sicherlich. Und so leben wir in einer Welt, voller gedämpfter Gefühle, die sich nur aktiv-aggressiv in ganz anderen Gebieten zeigt. Ich denke da an Alice Miller, die über den Holocaust schreibt. Wie eine ganze Generation, derart zerstörerisch sein konnte. Eine Generation, die mit brutalen Schlägen aufgewachsen ist. Ich erinner mich da an eine Geschichte meines Vaters, dass sein Bruder mit dem Kochlöffel derart verdroschen worden ist, weil er Kirschen geklaut hat. Und die Mutter meines Vater wurde wahrscheinlich ebenfalls von ihrem Vater so geschlagen. Wie toll war es dann, als so eine Vaterfigur wie Hitler auftauchte und anderen die Schuld gab. Er bot die Möglichkeit seine eigenen aufgestauten und gedämpften Gefühle an anderen - schwächeren, wie sie einst als Kind - auszuleben.

Ja, so leben wir in einer Welt, wo immer noch gedacht wird, dass ein Klaps nicht schadet. Und wir tun es an den reinsten und ehrlichsten Wesen, die auf dieser (schönen und gleichzeitg verschissenen) Welt leben: den Kindern.

LG

Niphredil

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