Donnerstag, 20. September 2012

...

Kinnas, wie lang das wieder her ist, dass ich irgendeine Info von mir gegeben habe! Das ist ja unfassbar! =) Mein neues Lieblingswort: unfassbar.

Aaaalso, was bisher geschah a la Desperate Housewifes.

Haus haben wir nicht. Wir haben abgelehnt. Nachdem wir mit dem Makler und mit den Nachbarn gesprochen haben, ist uns aufgefallen, dass einer unerschrocken lügt. Und dazu hatte nur einer den Grund: der Verkäufer. Also sprachen wir, nachdem die VR-Bank ein Kredit geben wollte uns gegen das Haus. Denn... ja verarschen kann man sich selbst schon genug.

Danach suchten wir weiter. Wir waren gerade dabei die Anrufe wegen unserer Zeitungsanzeige abzutelefonieren, als ich eine Zusage bekam. Nur der Job ist direkt in Ludwigshafen, also ist Hunsrück momentan gestorben. Das wäre von der Fahrtzeit nicht machbar.

Also sitzen wir hier noch fest. Und es wird immer unerträglicher. Der Haussegen hängt hier gewaltig schief. Meine Schwiegermutter akzeptiert keine Grenzen oder Privatsphäre. Es hat sich gebessert, dass ging aber nur durch massiven Aufstand und ... naja schon fast nur mit reiner Bosheit, um sie von uns zu verjagen. Und das will ich eigentlich nicht. Aber ich kenne keinen Menschen, der so resistent gegen Gespräche und Vereinbarungen ist. Also bleibt nichts anderes übrig, als von hier auszuziehen. Momentan suchen wir eine Mietwohung und parallel ein Häuschen, hier in der Nähe. Wird uns hier um einiges mehr kosten aber ok.

Ja den Job, der hat mich riesig gefreut. Die Ernüchterung kam aber, als es nur ein 8-Monats-Vertrag war. Was soll ich mit sowas nur anfangen? Darauf kann ich mir nichts aufbauen. Aber ok, ich freue mich dennoch etwas zu haben. Zumindestens werde ich dann ansatzweise in einer Beratertätigkeit sitzen, damit öffnen sich mir hoffentlich paar Türen. Und mit meinem Ziel der Weiterbildung (oder Weiberbildung? ;-) - hab ich zumindestens eben kurz gedacht) zur Beraterin, hoffe ich dann endlich irgendwann zur Trauerbegleitung zu kommen.

Momentan ist nichts wirklich einfach. Ich habe immernoch sehr viele Baustellen, alles staut sich, aber es geht zumindestens voran! Ich bin immernoch dabei die Selbsttherapie zu machen. Die Verarbeitung hab ich hinter mehr. Den Mist hab ich weggekehrt und erstmal eine kurze Leere gefunden. Aber ich bin nicht tatenlos geblieben! Die Leere fülle ich nun Stück für Stück mit Erfahrung, Lebenslust, Kreativität und Glück.

Mir geht es um einiges besser als noch vor einem halben Jahr. Ich hab viel mehr Selbstvertrauen, ich glaube an mich, ich unterstütze mich, ich plane und... das sind alles neue Aspekte und... ich stelle fest... ich mag mich =)

Ich bin einfach zufrieden mit mir. Mit meinen Werten, Meinungen, meinem Verhalten und Denken... ich komme immer mehr aus mir heraus. Mein wahrer Kern schafft es nach außen.

Ja es geht mir gut, in meiner Mitte, aber draußen gibt es immernoch Stürme und Winde. Aber ich ruhe in mir selbst und bin gefestigt mit meinem Wurzeln.

Lieben Gruß

Niphredil

Sonntag, 24. Juni 2012

Heute Garten

Hallo ihr Lieben. Neue Bank neues Glück, sag ich nur! Träumte heute wieder vom Häuschen. Bin energetisch bereits so mit dem Haus verbunden, dass es meins ist. Mann träumt auch jede Nacht. Wir rufen, vielleicht kommts? ;-)

Wir sind heute im Garten anzufinden, ich bring paar Fotos mit, versprochen. Und heute mittag mach ich Blaubeerpfannkuchen. Das heißt heute wirds alles geben, was ein guter Sonntag braucht.

LG

Niphredil

Freitag, 22. Juni 2012

Der Traum ist vorerst zu Ende geträumt - oder so ähnlich

Lange Zeit habe ich darüber nicht mehr geschrieben: wir hatten unser Haus gefunden. HATTEN. Wir suchten nun über mehrere Monate und waren uns gegen Ende sicher: Im Hunsrück würden wir uns nieder lassen. Ab da dauerte es glaub ich 3 Wochen und wir fanden unser Haus. Eine absolute Bruchbude, wo alles renoviert werden müsste, was gerade noch so steht. Aber einfach herzallerliebst. Ich stand alleine in der Küche, schloss die Augen und ich sah uns in dem Haus. Ich sah wie ich das Küchenfenster öffnete, um die Stockrosen davor zu pflücken. Ich sah mich eine Trauerweide pflanzen, genau am Bachlauf.

Viele Gespräche mit der Bank, die ich jetzt kurz skizzieren will:

1. Termin: Wir bekommen einen Kreditrahmen von 150.000-200.000 Euro
2. Termin: Wir bekommen einen Kreditrahmen von 144.000
3. Termin: Wir bekommen einen Kreditrahmen von 120.000

- Wir beschlossen einen Tag später die 120.000 zu nehmen. Das Haus zu kaufen und das nötigste zu machen, bis ich einen Job habe. Wir rufen an zum Bestätigen:

4. Termin (Telefon): Wir bekommen einen Kreditrahmen von 80.000 Euro + als Sicherung das Haus unserer Schwiegermutter

oO

Nein das ist nicht die Targobank, sondern die gute alte Sparkasse.

Jetzt habe ich aber die Erklärung dafür, warum wir eine Bankenkrise haben. Verarscht fühl ich mich ja.

Momentan macht mir das Leben kein Spaß. Wenns nur die Banksache wäre, wie schön wärs dann. Momentan habe ich einfach das Gefühl, dass so eine Kraft und Macht gegen mich wirkt, dass ich mich so langsam am liebsten wie ein toter Fisch durchs Leben treiben lassen würde. Wahrscheinlich würde ich dann genauso leblos in der Bahn sitzen, wie ich manchmal die Menschen so sehe.

Es ist grauenhaft momentan. Ich finde noch einzelne schöne Momente, zum Beispiel wenn mein Mann unsere Wohnung betritt; ich muss immer lächeln, wenn ich ihn sehe, egal was vorher war. Momentan nehmen wir noch vieles mit Humor, aber wenn selbst mein Mann weinen muss, hört auch für mich jeder Spaß auf. Ja, wir weinen viel momentan, in Abwechslung mit Humor.

Momentan sind wir völlig planlos. Die Bank hat sich für unser Erspartes bzw. unsere Bausparverträge überhaupt nicht interessiert. Selbst den Wert der Immobilie, der uns beim 2. Termin als sehr wichtig angepriesen wurde, wurde später überhaupt nicht mehr beachtet. Und aufeinmal ohne jemals ein Wort vorher dadrüber verloren zu haben, wollen sie das Haus meiner Schwiegermutter als Sicherheit.

Seit Wochen fühlt sich mein Leben an wie ein großer Knoten. Hab ich endlich das Gefühl eine Sache anpacken zu können, scheitert sie, während in der Zwischenzeit der Knoten einfach größer geworden ist. Ehrlich, momentan bin ich mit meinem Latein am Ende.

LG

Niphredil

Freitag, 15. Juni 2012

Selbsttherapie - immernoch

Zu den Eltern habe ich immernoch keinen Kontakt. Meine Mutter hatte wohl einen Herzinfarkt und liegt im Krankenhaus. Natürlich klingelte deswegen mein Telefon Sturm. Ich ignorierte alles. Ich kam mir aber vor wie in einem Theaterstück namens "Psychoterror". Ist es kalt meine Mutter nach einem Herzinfarkt zu ignorieren? Weiß ich nicht, aber wahrscheinlich dauert es zwei Wochen und meine Eltern machen mich für den Herzinfarkt verantwortlich. Tut mir leid, so weit reicht meine Hexenkunst nicht aus. Sie reicht aber aus, um den ganzen Mist zurück zu senden, wohin er gehört.

Ich versuche glücklich zu sein und es ist erstaunlich, dass es tatsächlich Eltern gibt, die gerade das nicht wollen. Jeder ist für sich selbst verantwortlich. Ich möchte mich nicht auf eine Reinkanation oder ein Paradies verlassen, ich hätte gern ein schönes Leben, indem Menschen leben, die mir Raum für mein Glücklichsein lassen. Alle anderen Menschen, die meinen sie müssten Fluchen, Weinen, sich selbst bemitleiden, sich selbst runterziehen, sollen selbst da bleiben wo sie sind. Keiner wird ihnen freiwillig folgen.

Ansonsten gehe ich weiter den Weg der Selbsttherapie. Ich lese dazu parallel "Susan Forward - vergiftete Kindheit" und "Jean C. Jenson - die Lust am Leben wieder entdecken". Ich bin nun bei dem emotionalen Teil gelandet und dachte ja, dass es nicht so schwer sein wird. Ich las mir nur die erste Übung durch und konnte nur noch heulen. Die Übung bestand darin, sich ein Kinderfoto von sich selbst raus zu suchen und dieses Bild zu besprechen. "Du bist nicht verantwortlich dafür, dass sie (die Eltern) unglücklich waren". Und da sind etliche mehr Sätze angeführt und natürlich kann man die Sätze noch ergänzen. Für mich ein Horror meines Lebens: Kinderfoto´s von mir angucken. Verstand nie warum. Konnte den Anblick einfach nicht ertragen. Ich hatte keine Kindheit, sondern lebte nur für die Bedürfnisse von Erwachsenen.

Wie hart das klingt, muss mir die Worte immer wieder durchlesen ... aber es ist leider so gewesen. Wenn der eigene Wille wegerzogen wird und du nur Mist von Erwachsenen eingebläut bekommst vergißt du wer du eigentlich bist. Aber eins weiß ich: ich will mich entdecken =) Ich bin aufgeregt, was finde ich denn da? Wo ist mein Weg? Was ist mein Charakter? Was will ich überhaupt?

Es ist eine aufregende Zeit, aber auch eine Zeit, in der ich viel Schmerzen aushalten muss, damit er sich auflösen kann und Platz machen kann für ... mich =)

Oft frage ich mich, ob ich solch private Dinge von mir schreiben kann, hier im Blog. Schließlich werden Eltern verehrt, ja sie besitzen ja schon fast Götterstatus. "Ja er hat mich geschlagen, aber das hat mir gut getan." Sollte dieser Satz in deinem Kopf kursieren, so lass mir dir etwas auf den Weg mitgeben: Du bist gefangen in einer Schmerzensschleife. Verdammt immer und immer wieder zu wiederholen, Schmerzen zu erleiden und es auch noch gut zu finden. Du wächst an Schmerzen? Bin ich nicht deiner Meinung. Man wächst am Glücklichsein, man wächst im Einklang mit sich selbst zu sein, man wächst daran in Balance zu sein. Schmerzen sind Sterbeprozeße, Glücklichsein sind Lebensprozeße =) Sterben werden wir später, Leben tun wir jetzt.

Lebt! =)

Ansonsten rebelliert mein Körper momentan verstärkt auf den Stress der Aufarbeitung. Ich hab heftige Magenprobleme und ich bin furchtbar dusselig geworden. Klemmte mir vor paar Tagen den rechten Fuß im Schrank ein (jaja ^^). Der ist sowas von blau und dick und schmerzt bei der kleinsten Berührung. Andauernd hab ich Spreizel in den Händen (aaah das hasse ich! ^^).

Vor paar Tagen hatte ich einen unglaublichen Erfolg in meiner Selbsttherapie. Es ist fast unmöglich, doch es ist mir gelungen! So unter zu tauchen, dass man an eine kindliche Angst anknüpfen kann. Es ist mir gelungen! Zuerst war nur das Gefühl da, dass einfach nie jemand für mich da war. Dann stieg ich weiter hinab und dann war da das Gefühl des "Fallen gelassen werdens". Und dieses Gefühl traf mich so heftig, dass ich völlig Steif wurde und vergaß zu atmen. Und dann musste ich jedes Mal gähnen. Ich hatte das Gefühl, aber ich wusste nicht zu welchem Ereignis das Gefühl gehörte. Ich interpretierte das Gähnen, dass es etwas mit der Nacht zu tun haben müsste. Und dann kam es. Meine Eltern, die immer spät nachts von der Arbeit aus ihrer Kneipe kamen, stritten sich häufig gerade Nachts und manchmal schlugen sie sich auch Nachts. Und ich bekam natürlich alles mit. Ich fiel. Ich verlor jegliche Sicherheit und fiel und fiel und fiel. Ein Kind ohne Sicherheit stirbt, also spaltete ich das Gefühl von dem Ereignis ab. Alles war gut, aber das Gefühl war versteckt im Unterbewusstsein. Aber nun hatte ich es geschafft. Eine unbewusste Angst verband sich mit einem Ereignis. Und diese Angst kann mir heute nicht im Weg stehen. Ein Erfolg ;-) Es war unglaublich an die Gefühle eines Kindes anschließen zu können. Die Gefühle waren so heftig, aber auch rein und ehrlich. Richtig intensiv. Es war so ein Chaos in mir, aber es war so erleichternd.

Entschuldigt (mal wieder) meine seltenen Einträge im Blog. Ich liebe diesen Blog! Meinem Hund gehts momentan gut, Auge ist gut =) Garten explodiert förmlich in diesem Jahr! Es ist unglaublich wie üppig alles wächst. Jeder Samen keimt, ich habe null Platz!

Bis zum nächsten Mal!

Eure Niphredil.

Mittwoch, 16. Mai 2012

Ein Kind schlagen - ist ja nur ein Klaps

Hallo ihr Lieben.

Sorry, wenn ich momentan nicht so viel schreibe, ich bin immer noch dabei meine Vergangenheit aufzuarbeiten. Und das erfordert viel Zeit und Energie; zudem möchte ich auch nicht alle privaten Sachen von mir ausplaudern.

Das Thema Kindheit/Eltern und Vergangenheit ist ein Thema was in den letzten zwei Jahren immer wieder aufbrach. Angefangen hat alles damit, als ich im Garten ein Text von Carl Rogers las. Ich spührte wie dieser Text mich im Unterbewusstsein berührte und sich langsam ein Faden spinnte, der mich in eine Tür blicken ließ, die sonst verschlossen war. Ich hatte immer Angst meine Schattenseite zu bearbeiten. Es war jahrelang meine größte Angst mich in meinen eigenen Schattenraum zu bewegen. Ich fürchtete mich vor den ganzen Lügen, davor, dass ich mich selbst betrügte und ich fürchtete mich vor den ganzen Dämonen und Leichen, die ich dort begraben hatte.

Ja, aber es war unausweichlich. Und als ich immer wieder einen Faden fand, brach es einfach durch. Dann gab es für mich kein Halten mehr; und ich kramte alles aus, was sich da unten verbarg. Das geht jetzt seit zwei Monaten so. Stück für Stück wird alles rausgekramt.

Ein Tipp möchte ich auch geben, den ich den letzten Wochen gelernt habe: Die Angst ist ein Wegweiser. Gerade vor was man sich fürchtet, muss man tun! Das ist der Weg der Heilung...

Schon komisch, dass jeder sagt, dass Angst sinnvoll ist und das sie uns vor Gefahren schützt. Ja, sie ist sinnvoll, wenn sie uns vor REALEN Gefahren schützt. Wenn es um unseren Körper und unser Leben geht. Aber wo gibt es heute für den Menschen einen Grund in Gefahr zu sein? Also. All unsere Ängste sind Wegweiser.

Das Unterbewusste versucht mit Angst, die durchaus real gefühlt wird, nur zu verhindern, dass mit uns was geschieht. Das Problem ist jedoch, dass diese Angst gespeichert ist im Kinderunterbewusstsein. Für das Unterbewusstsein gibt es keinen Zeitrahmen. Hat es einmal eine Erfahrung gemacht in der Kindheit, wird diese Angst immer im Leben real sein. Ob mit 7 Jahren oder mit 99 Jahren. Das Unterbewusstsein kennt keine Zeit. Fürs Unterbewusstsein und für uns ist die Angst sehr real, doch in der Erwachsenenwelt existiert sie gar nicht.

Den Brief, den ich meinen Eltern geschrieben habe, habe ich auch abgeschickt und sie haben ihn auch bekommen. Alle Demütigungen, Verletztungen stehen drin. Viele Eltern denken, sie könnten beleidigen, schlagen und demütigen ohne jemals die Rechnung dafür zu bekommen. Es klappt ja auch ganz gut - das schlagen.

Das Kind denkt irgendwann, dass es das schlagen verdient. Das es selbst Schuld ist, weil es etwas angestellt hat. Was hat es denn angestellt? Das Zimmer nicht aufgeräumt? Eine schlechte Note nach Hause gebracht? Werden Erwachsene dafür geschlagen? "Mir hat es gut getan" höre ich desöfteren. Was hat gut getan? Der Schlag? Sicherlich nicht. Das die Gefühle abgestumpft sind, damit man diesen Schmerz nicht mehr fühlt? Das ist es sicherlich. Und so leben wir in einer Welt, voller gedämpfter Gefühle, die sich nur aktiv-aggressiv in ganz anderen Gebieten zeigt. Ich denke da an Alice Miller, die über den Holocaust schreibt. Wie eine ganze Generation, derart zerstörerisch sein konnte. Eine Generation, die mit brutalen Schlägen aufgewachsen ist. Ich erinner mich da an eine Geschichte meines Vaters, dass sein Bruder mit dem Kochlöffel derart verdroschen worden ist, weil er Kirschen geklaut hat. Und die Mutter meines Vater wurde wahrscheinlich ebenfalls von ihrem Vater so geschlagen. Wie toll war es dann, als so eine Vaterfigur wie Hitler auftauchte und anderen die Schuld gab. Er bot die Möglichkeit seine eigenen aufgestauten und gedämpften Gefühle an anderen - schwächeren, wie sie einst als Kind - auszuleben.

Ja, so leben wir in einer Welt, wo immer noch gedacht wird, dass ein Klaps nicht schadet. Und wir tun es an den reinsten und ehrlichsten Wesen, die auf dieser (schönen und gleichzeitg verschissenen) Welt leben: den Kindern.

LG

Niphredil

Donnerstag, 26. April 2012

Zeit - unsere Ahnen - und dunkle Gestalten am Bett

Hey ihr Lieben. Ich hab jetzt längere Zeit nicht mehr geschrieben (mal wieder). Aber das musste sein, weil in meinem Kopf derartiger Chaos war, dass ich selbst nicht mal wusste was eigentlich los ist.

Und so ist es im Leben. Die Probleme, die man nicht zu Ende arbeitet kommen immer wieder zurück, bis du es endlich kapierst. Und so löse ich mich gerade zum zweiten Mal von meinen Eltern und dieses Mal wird es mehr als 4 Monate dauern. Ich hab meinem Vater eine Beleidigung (ich sei doch eine faule Sau) verziehen, weil er zum ersten Mal einen Fehler eingesehen hat und sich entschuldigte. Dafür hat mein Vater 4 Monate gebraucht. Doch leider hat sich heraus gestellt, dass er nicht wirklich gelernt hat und auch nicht verstanden hat, um was es mir geht. Denn er beleidigte auch meine kleine Nichte, da sie in der Schule keine guten Noten hat.

Und so sah ich: nein mein Vater hat sich nicht geändert. Und nein mein Vater hat mich nicht nur einmal beleidigt und gedemütigt, sondern mein ganzes Leben. Nun hat er sich nur ein Upgrad draufgespielt - wie in der Matrix sagte eine meiner Freundinnen. Jetzt beleidigt er subtiler.

Und so hab ich die letzten Wochen viel von Alice Miller gelesen. Die Beleidigungen waren gar nicht das schlimme, das schlimme war, sich nie dagegen wehren zu dürfen. Und dieses nicht-wehren-dürfen führt zur Abspaltung von Gefühlen, zur Idealisierung der Eltern, zu Gefühlsarmut und man verliert sich selbst und seine Freiheit.

Ich lese also sehr viel Alice Miller und jeden Tag gibt es Gespräche mit meinem Mann. Er hilft mir soviel! Er ist echt ein guter Mensch. Manchmal ist er so wütend über meine Erzählungen. Darüber staune ich. Ich mein ich bin ein eher aggressiver Typ, aber bei meinen Erzählungen werd ich nicht wütend. Langsam schon. Das Schreiben hilft. Ich zähle alles auf. Und diesen Brief wird mein Vater auch bekommen. Ich schone meine Eltern nicht mehr. Und gott weiß, wie hart das sein muss für seine Eltern. Aber ich schütze mich. Kein Mensch ist mir so wichtig, wie ich selbst. Egoistisch? Ja! Weil ich mein ganzes Leben keinen eigenen Willen haben durfte und nur Ideale und Wünsche von anderen erfüllt habe. Aber vielleicht gibt es da doch einen Menschen. Und zwar mein erstes Kind. Ich weiß, dass sich meine Eltern nicht so verhalten, weil sie es so wollten. Nein ihre Eltern haben sie auch so behandelt und wahrscheinlich deren Eltern ebenso. Die schwarze Pädagogik aus dem 17. Jahrhundert, immernoch verwurzelt in unserer Familie. Und mein Kind wird nicht gedemütigt, es wird auch nicht geschlagen. Mir haben Kinder immer sehr gefallen, die eigenwillig waren. Ich hab nie verstanden warum... aber mit mir, wird die Linie der schwarzen Pädagogik in unserer Familie sterben. Sei es, dass ich deswegen durch die Hölle gehen muss.

Das alles hat auch mein Bild auf meine Ahnen verändert. Ich habe sie stets verehrt, ich hab Fotos von ihnen auf meinem Altar. Der Blick heute dadrauf ist unerträglich und ich werde sie wegräumen. Wahrscheinlich Menschen, die auch gedemütigt haben, die grausam waren... Ahnenverehrung hin oder her (ich hab das als Hexe einfach so gelernt), aber so verehrungswürdig sind sie auch nicht. Schließlich habe ich all ihre Eigenschaften in mir gebündelt, ihnen fehlt mein eigener Teil, mein eigenes Wissen, das hab nur ich... und kein Ahne. Keine Ahnenverehrung mehr. Ich weiß einfach nicht, wer die Leute sind, was sie getan haben. Was ist, wenn einer ein Mörder war? Ich verehre lieber mich selbst, dann weiß ich wenigstens was ich verehre. Ich verehre mich durch Bewegung, durch Sport, durch das Fühlen jeder Bewegung, durch das bewusste Atmen, durch gesunde Nahrungsmittel, durch Kontakt zu anderen, durch Wärme und Zärtlichkeit, durch Kreativität und vor allem verehre ich mich durch Gedanken, meine Traumzeit. Ich verehre mich als Wesen. Selbstliebe. Das machen wir zu selten für uns selbst und zuviel für andere.

Gestern bin ich schreiend aus dem Schlaf erwacht und ich sah Gestalten um mein Bett stehen, die sich sofort auf mch zu bewegten und vor mir halt machten. Sie haben keine Gesichter, sie sind einfach nur schwarz. So was ähnliches hatte ich vor Jahren, als ich jemanden neben meinem Bett stehen sah und ich einfach nur schreite. Mein Mann sagt, dass mir irgendwas etwas sagen will. Es sind die Schatten meines Unterbewusstsein, die dunkle Seite, die jeder mit sich trägt. Und ich habe die Schatten alle (ALLE!) aufgescheucht. Und sie wusseln sich und würden sich am liebsten verstecken und mich einschüchtern. Mir war klar, dass das keine Jenseitsschatten sind, sondern meine.

Ich bin auf dem Weg, und es ist so hart Leute ehrlich. Es ist so hart. Kein "Schwam drüber" - und wie oft wollte ich das. Aber ich kann nicht mehr zurück. Ich hab die Freiheit gespürt für wenige Tage und ich kann diese Tage nicht aufgeben für Jahre. Selbst 1 Sekunde Freiheit sind es wert, wenn man dafür Jahre eingesperrt ist. Das musste ich lernen.

Und ich bin mir eigentlich fast sicher: wenn diese Phase vorbei ist, werde ich einen Job finden, dann werden wir auch unser Haus finden (bisher ergab keine Besichtigung nur ein Gefühl der Möglichkeit sich ein Leben in einem Haus vorstellen).

Ich hoffe ich schaffe es nächste Woche zu Apollo zum Musentempel im Schwetzinger Schloss. Die Musen haben mich vor zwei Jahren so schön geküsst, dass es mich wieder zu ihnen zieht.

LG

Nip

Niphredil´s Hexentaverne

Ein Blog von einer Hexe, Studentin, Frau und Fotografin...

Zitat des Monats:

Es wohnt Genuss im dunklen Waldesgrüne, entzücken weilt auf unbetretener Düne, Gesellschaft ist, wo alles menschenleer, Musik im Wellenschschlag am ewigen Meer. Die Menschen lieb ich, die Natur noch mehr. Lord Byron

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