Nun ist doch einige Zeit wieder vergangen seit ich meine Prüfung endlich hinter mir gelassen habe. Nun bin ich seit joar 3 bzw. 4 Wochen arbeitslos. Der Arbeitsstellenmarkt sieht für Volkskundler (hier in meiner Gegend) eher mau aus. Daher such ich auch nach Arbeitsstellen für Erwachsenenbildner, auch wenn ich in die Richtung nicht gehen wollte. Als mein Mann nach Stellen gesucht hat fand er in einem Monat 3 Stellen. Bei mir siehts genauso aus.
Ansonsten hab ich schon alles getan, was man zu Hause tun kann. Putzen, sogar genäht, Hunde-Wellness-Tag, Garten, Fenster geputzt, aufgeräumt, ausgemistet... Nun verbringe ich den Tag hauptsächlich im Garten ja und dort begegne ich immer wieder meiner Schwiegermutter, die sich Arbeit für mich ausgedacht hat. Kindernachhilfe, Kinderbasteln... ehrlich? Hat die Frau zu viel Haarspray in ihrem Leben eingeatmet? Naja heute sagt sie das nach meinem Anfauchen nicht mehr, ich gehe ihr aber auch lieber aus dem Weg. Das Leben mit zwei Generationen unter einem Dach ist für mich momentan unerträglich! Überall muss sie ihre Tipps abgeben und das immer mit so einer übertriebenen und gekünstelten Höflichkeit und Freudigkeit, dass mir schlecht wird. Es fällt der älteren Generation schwer einzusehen, dass es heute auf dem Arbeitsmarkt anders ist. Aber anstatt zu zu hören, leben einige lieber in ihrer eigenen heilen Welt.
Ich hätte eigentlich von mir aus keine großen Probleme mit der Arbeitslosigkeit. Nach dem Studium 1-3 Monate arbeitslos zu sein kommt vor. Ich bin geduldig. Unerträglich wirds nur, wenn Menschen in deinem Umkreis nicht geduldig sind und du dich beginnst zu schämen, weil wieder eine Woche vergangen ist ohne Ergebnis. Das ist so ein ekliges Gefühl! Mich nervts selbst, dass eine geregelte Arbeit so einen hohen Stellenwert hat. Als ob ich zu Hause sitze und nichts tue. Zum ersten Mal siehts bei uns endlich mal aufgeräumt und gepflegt aus. Aber das hat ja keinen Stellenwert...
Ich will hier raus! Die Haussuche ist ebenfalls ohne Erfolg. Wir haben ein schönes Haus gefunden, dass ältere Ehepaar wird aber das Haus nicht verkaufen. "Sie brauchen Zeit..." haben sie gesagt. Die Zeit hab ich nicht, sonst bekomm ich hier drin noch einen Wutanfall und meine Wutanfälle sind nicht schön. Also geht die Suche weiter. Dabei wäre ein Haus zu finden, gerade jetzt, so toll. Ich könnte schonmal mit Renovieren anfangen. Tapeten abkratzen, Schleifen (ich liebe meine Schleifmaschine), Streichen...
Im Leben passt nie wirklich was zusammen... was an sich kein Problem wäre.
LG
Niphredil
Niphredil - 3. Apr, 09:34
Hallo ihr Lieben.
Ich habe es endlich geschafft. Ich habe endlich mein Studium abgeschlossen. Mit Wehmut blicke ich zurück. Die guten und die schlechten Seiten den Studiums waren bei mir in den letzten Tagen ein großes Thema.
Ich musste feststellen, dass das Studium überhaupt nicht schwierig war. Zumindestens vom Stoff. Schwierig war es sich an die ganzen Regeln zu halten, die Bücher zu bekommen auf die man seit Wochen wartet... also gekünstelte Schwierigkeiten an der Uni. Ein Affe könnte studieren. Mit Ellenbogen studiert´s sichs zudem sicherlich einfacher. Und man muss wissen, was der Professor von einem will...
Harte Worte, aber das war meine Erfahrung. Mein ganzes Studium lang wehrte ich mich dagegen, mich persönlich als Akademikerin zu sehen. Auch jetzt noch. Jetzt wo ich fertige Akademikerin bin. Als ich noch Realschülerin war bzw. meine Ausbildung machte, waren die Akademiker nähmlich zu mir nicht so nett. Ich durfte mich auf dem Amtsgericht in keine Richtergespräche einmischen, ich wurde von einem Richter zusammengeschissen "Ich hab es nicht nötig sie zu grüßen, sie MÜSSEN mich grüßen!" Schließlich beschloss ich, nie so ein Mensch zu werden. Nie andere für dumm zu erachten oder mich selbst als etwas besseres zu halten.
Als ich auf die Uni kam merkte ich wie nett die Akademiker doch sein könnten... zu ihresgleichen. Das änderte sich aber, als ich meine Sprache behielt, als ich weiterhin mit Dialekt auf der Uni sprach oder eben den Professor nur mit Herr XY ansprach. Verwirrung.
Magistra Artium bin ich nun. Lehrerin der „Freien“ Künste... was immer das kulturell bedeutet.
Für mich bin ich momentan einfach "arbeitslos". Frisch nachm Studium und keine Arbeit. Von ganz oben nach ganz unten. Das geht schnell in Deutschland. Von Elite zum Harzer... aber fürs Harzen verdient mein Mann zu viel.
Also sitze ich zu Hause und weiß nicht so recht was ich mit mir anfangen soll. Stellen sind durchgesucht und es gibt nichts was mir momentan gefallen würde. Zudem sind die Stellen gerade in Rheinland-Pfalz mehr als rar. Aber ok, da ich im Juli sowieso eine Weiterbildung mache und dann eine Selbstständigkeit anstrebe, ist es vielleicht nicht so schlimm... vielleicht.
Momentan steht so viel Neues an, ich kann es nicht so schnell verarbeiten. Akademiker, Arbeitslos, mit der Arbeit von 180 auf Vollbremsung und dazu noch am Wochenende: da gehen wir uns erste Häuser anschauen =) Und ein Haus hat es mir einfach angetan... ich bin so gespannt. Das wäre eine Veränderung, die ich mir sehr wünsche. Ein Raumwechsel. Nein ich laufe nicht davon, schließlich nehme ich mich ja mit =) Aber wenn das AUSSEN zu viel wird, flüchte ich gern. Vorm INNEREN geht das schwer ;-)
Mein etwas negatives Resumee, aber... ich sehs mit Humor ;-) Noch...
LG
Niphredil
Niphredil - 14. Mär, 10:12
Ich habe zu Beginn unserer Wirtschafts-"krise" einmal einen Beitrag im Fernsehen verfolgt. Da sagte ein (ich glaub es war ein Philosoph), dass gerade in der Krise das geistige Gut der Menschen gefördert werden muss. In einer Wirtschaftskrise sollte gerade wert darauf gelegt werden, den Mensch weiter zu bilden und geistig / kulturell zu fördern. Ich habe dem mal so zugestimmt, heute erscheint mir das aber unmöglich.
In einer (wahren, realen) Wirtschaftskrise sind die Mittel für geistige und kulturelle Förderung überhaupt nicht da. Von daher kann nur geistige und kulturelle Förderung im Aufschwung durchgeführt werden, da in dieser Zeit die Grundlagen gesichert sind und der Mensch erst da die Gedanken und die Mittel haben wird sich geistig und kulturell weiter zu entwickeln. Kurz nach den Krisen gab es den meisten geistigen und kulturellen Zuwachs. Eins ist also richtig: für die Weiterbildung von Menschen benötigt es auch eine Krise, die Bildung geschieht aber danach.
LG
Nippieh
Niphredil - 22. Feb, 12:05
Ich wunder mich ständig über die Nutzung des Ausdruckes "Genieße den Tag - sprich: Carpe Diem." Für mich der grauenhafteste Spruch den die Menschheit je erfunden hat. Jeder Mensch nutzt ihn und wer hält sich dran? Kein Schwein. Am schlimmsten noch, wenn dieser Ausdruck mit dem Tod in Verbindung gebracht wird. "Carpe diem - denn es könnt dein letzter sein". Wenn es so wäre, würde ich sicherlich nicht da sitzen und wie eine Bekloppte lernen sondern.... was wohl? Mir die Augen ausheulen. Vielleicht würd ich mich dann schnell fassen und die letzten Stunden mit meinem Mann verbringen. Es geht nicht ums Genießen, sondern um die Einstellung zum Tod. Und dies ist ein Prozeß und lässt sich nicht in einen Tag verarbeiten... Und nur ein Tipp: anstatt dieses Carpe Diem herunterzubeten geb ich euch den Tipp: sagt euren Mitmenschen eher, dass ihr sie liebt... meine Meinung des Tages heute und ja ich bin schlecht gelaunt. -.-
Nur kurz am Rande, ich muss leider wieder lernen, also nix Carpe Diem. Aber mein Mann hat heute von mir ein "Ich liebe dich" gehört und das stimmt mich glücklich zu wissen, dass er das weiß.
LG
Niphredil
Niphredil - 13. Feb, 10:15
Gestern las ich im Alnaturamagazin:
" Was ich nicht denken kann, kann ich nicht wollen, und was ich nicht will, kann ich nicht tun. Wenn Menschen etwas tun, was sie nicht gedacht haben, führt das zu Fehlern, zu Krisen und zu menschlichem Leid. [...] Denn was wir nicht verstehen, könne wir nicht gestalten." Prof. Götz W. Werner
In diesem Sinne entschuldige ich mich für meine Nicht-Posterei. Momentan denke ich nicht, ich lerne nur für meine Prüfung. Die Probleme, die nicht bearbeitet werden können stapeln sich. Eigentlich bin ich froh, erstmal arbeitslos zu sein nach dem Studium. Ich brauche kurz Zeit, um mich zu fragen: Was will ich überhaupt? Ich muss nachdenken, im März hab ich Zeit dazu. Bis dahin wird sich hier wohl nicht viel ändern. Seid mir nicht bös ;-)
Niphredil - 11. Feb, 14:51
Ich möchte nicht da raus. Hab ich eine Meise?
Ich durchlebe momentan eine sehr unangenehme Zeit. Ich stehe kurz vor dem Abschluss meines Studiums und die Jobaussichten sehen überhaupt nicht gut aus. Außer paar 1300 Brutto Volontariatsplätze scheint nichts frei zu sein.
Mein Mann bekam Ende Oktober seinen Traumjob zugesichert. Dieser Traumjob sollte ab Januar losgehen. Der versprochene Job blieb aus. All unsere Träume zerbröselten zu einem Staubhaufen. Es ist als hätte man uns die Perspektive genommen und uns in dieses Haus gesperrt. Ein Haus, das wir schon seit Jahren verlassen wollten. Wir haben in den letzten Jahren sehr viel entbehren müssen. Wir mussten mit wenig Geld leben. Und mit dem eigentlich zugesicherten Job haben wir die Freiheit gewittert. Endlich die Möglichkeit haben selbstständig etwas besitzen und erwerben zu können.
Nun sind wir auf dem Boden der Tatsachen angekommen. Es ist, als hätte man uns die Flügel zum Fliegen genommen. Ich bete jeden Abend zu Gott. Jeden Abend bete ich, er möge uns erhören.
Doch nun, denke ich mir nein! In dieser schlimmen Phase denke ich: bitte noch ein Stückchen mehr. Nein, keine Angst, ich quäle mich nicht gerne.
Aber solch ein dummer Gedanker, man könnte nur mit einem Job alles lösen und weiter auf seiner Couch sitzen und glauben, Wünsche erst erfüllen zu können, wenn dieser Job endlich klappt. Wie fatal! Also nein, lass es nicht vorbei sein Gott, um endlich für mein Leben die Erkenntnis zu bekommen, die ich so sehr brauche:
Es ist scheißegal, es ist alles scheißegal, so lange du nur in Bewegung bleibst! Es ist alles scheißegal, so lange man selbst nach den Träumen fasst! Es ist alles scheißegal, solange deine Gedanken frei bleiben und in dir selbst die Sonne strahlt.
Bitte Gott, geb mir noch paar Wochen!
Liebe Grüße
Niphredil
Niphredil - 14. Jan, 22:37