Der Preis des Lebens

"Der Preis des Lebens" ist ein Artikel aus der Zeit. In diesem Artikel wird sich die Frage gestellt: Wieviel soll uns die Hoffnung auf ein paar Tage, Wochen oder Monate mehr Lebenszeit wert sein? Gefolgt von der Frage: Müssen Krankenkassen für jeden noch so kleinen, manchmal sogar fraglichen Behandlungsvorteil jede Summe zahlen?

In diesem Artikel wird angegeben, dass Spezialpräperate mehr als 1/4 des Arzeimittelbudgets schlucken, obwohl sie nur 2% der Verordnung ausmachen. Spezialprodukte sind in diesem Fall bestimmte Arzneien, die einen Tumor daran hindern weiter zu wachsen (die Wirkung ist umstritten). Fakt ist, das für diese Tabletten die Wirkung schlicht nicht ausreichend belegt ist. Nicht nur, dass die Wirkung nicht genau untersucht ist, lehnt u. a. Novartis (der Konzern, der diese Tabletten herstellt) die Offenlegung der Kalkution aus. Die Pharmabranche nimmt was sie kriegen kann, heißt es im Artikel.

Fakt ist auch, dass sich eigentlich seit Jahrzehnten kaum etwas an den Behandlungsmethoden für Krebs getan hat. Von der Pharmaindustrie und auch von Ärzten wird uns ein anderes Bild dargestellt. Letztlich sind wir genauso weit wie vor paar Jahrzehnten, dass muss man sich mal vorstellen.

Was ist nun meine Meinung dazu? Ich bin ein großer Verfechter davon, dass Leben nicht gegen Geld abgewogen werden kann. Wer diese Tabletten braucht, soll sie haben. Ich zahle gerne dafür. Ich bin aber dagegen, dass den Leuten einmal falsche Hoffnungen gemacht werden und die Gesellschaft es einfach nicht akzeptieren kann, dass man irgendwann sterben muss. Ist da nun ein Krebspatient, den man aufklärt und er den Tod zumindestens anerkennt, dann soll er die Tabletten haben, er wird sie aber wahrscheinlich gar nicht nehmen.

Diese Krebstabletten haben teilweise furchtbare Nebenwirkungen. Ein Mann hat während der Einnahme so ein entstelltes Gesicht gehabt, dass er nicht mehr vor die Türe ist. Ein würdevolles Sterben ist nicht möglich. Das ist kein Leben, dass ist Leid. Das Medikament stoppt vorzeitig das Wachstum ja, aber die Wirkung lässt nach und der Tumor kann dabei umso schneller wachsen und der Mensch kann sogar früher versterben.

Ein Betroffener sagt: "Die Hoffnung stirbt zuletzt". Diesen Satz muss man sich wirklich mal durch den Kopf gehen lassen. Nicht man selbst stirbt zuletzt oder der Geist, nein die Hoffnung ist das aller allerletzte, dass ist das letzte was von einem Menschen bleibt nach seiner Meinung.

Es gibt Patienten, die sind über 70 Jahre alt und nehmen diese Tabletten. Er sagt: "Ich will doch leben". Meine Kritik ist eine Kritik, die sich an die Ärzte und die Pharmaindustrie richtet. Bewiesen ist: Reden die Ärzte offen über die Probleme der Medikamente, dann entscheiden sich 70% gegen die Einnahme. Es gibt aber Ärzte, die versprechen mehr Lebenszeit und Tumorwachstumsstopp.

Am selben Abend stellte ich mir die Frage: Warum gibt es ihn überhaupt, den Tod? Ich habe gestern zufällig von Weismann ein Zitat gelesen: [...] Ich glaube nicht, dass das Leben auf ein bestimmtes Maass der Dauer gesetzt ist, weil es seiner Natur nach nicht unbegrenzt sein könnte, sondern weil eine unbegrenzte Dauer des Individuums, ein ganz unzweckmäßiger Luxus wäre." Langes Leben ist Luxus, der uns nichts bringen würde. Diesen Luxus können wir uns nicht leisten. Leisten nicht im Sinne von Geld, es kostet uns aber. Es kostet uns Leid, Krankheit, Dahinsiechen und Nebenwirkungen, die unser aller Wohlbefinden schmälert.

Oft fehlt dann das Geld für eine gute Begleitung für das Sterben. Ich hoffe die Zeit kommt bald, wo Menschen geholfen wird einzusehen, dass es manchmal eben zu Ende geht. Sie nicht noch monatelang zusätzlich zu quälen, sondern sie zu begleiten, sie zu trösten, sie zu lieben und ihnen die Angst zu nehmen.

LG

Niphredil

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