Mittwoch, 7. Januar 2009

Was ist mit manchen Menschen los?

Sitze gerade in der Uni und habe Langeweile als ich dachte ich könnte mir ja mal die aktuellen Schlagzeilen durchlesen. Und was liest man so? Merkel der wohl reichste Deutsche begeht Selbstmord. Ich bin nicht berechtigt darüber zu urteilen... ich kann mir nur allgemein die Frage stellen, was mit manchen Menschen los ist?

Jemand der Milliarden besitzt bringt sich um. Ok er hat vielleicht Milliarden verloren, jedoch ... wo ist das Problem weiterhin als Hartz4-Empfänger zu leben? Ich mein ich muß mich ja auch durchschlagen und viele andere Menschen. Verantwortung ist das schöne Wort. Eine Wirtschaftskrise die durch Reiche und Banken verursacht worden ist und nun ziehen alle ihren Kopf aus der Schlinge... oder eher hinein. Wer wirds ausbaden? Den Mist den die Milliardäre verbockt haben? Richtig meine Generation und meine Kinder. Und dafür, dass wir nach der Wirtschaftskrise wieder eine in den Arsch getreten bekommen.

Die Welt ist im Wandel heißt es. Die freie Wirtschaft funktioniert nicht. Eine freie Wirtschaft funktioniert nur, wenn wir Normalos mit ihr nicht verbunden sind. Und da wir jedoch arbeiten müßen sind wir mit ihr Verbunden und an sie gebunden egal was kommt und solange sie existiert.

Die Firmen die groß gelabert haben, dass sie eine Einmischung vom Staat nicht wünschen, bekommen ihren Staat nun. Haben wir das nicht gleich gesagt? Haben wir das nicht gewußt, dass man Wirtschaft eben nicht vom Staat trennen kann? Wenn es schließlich Millionen Arbeitslose aufgrund geldgieriger Kapitalisten gibt, dann muß doch auch der Staat mit seinem Arbeitslosengeld einspringen. Wie konnte auch der Staat solange sich nicht einmischen? Er hatte das Recht dazu...

Wir arbeiten doppelt für die Kapitalisten. Mit unserer Arbeitskraft und dann kaufen wir von unserem Geld noch unnötig Schnickschnack den die produzieren.

Karl Marx Werk war 2008 kurzfristig ausverkauft. Das Buch wurde etwa 4 Mal öfter gekauft wie sonst. Marx weiß und wußte es schon immer. Aber warum haben wir ihm keine Beachtung geschenkt? Weil wir zugedröhnt und zugedönst sind vom kapitalistischen Denken. Ich mein das ist doch nicht normal, dass ich in Pädagogik sitze in der Uni und ich höre, dass die Zukunft der Erziehung unseres Handels zu dem Kapitalismus gehört.

Wir wachsen in einer kapitalistischen Gesellschaft auf, das ist klar. Wir leben in keiner landwirtschaftlichen Gesellschaft, oder wie es in den 90er Jahren hieß Dienstleistungsgesellschaft. Auswirkungen hat das immer auf uns und unser Leben gehabt. Freisprechen können wir uns sicherlich nicht.

Und so warte ich bis das hochersehnte Jahr 2009 kommt. Mit seinem wirtschaftlichen "Andersdenken". Ich bin gespannt welche Suppe die sich da wieder ausdenken.
Petra (Gast) - 8. Jan, 15:59

Ui...du gehst aber heut hart mit andern ins Gericht...
Ich finde, wenn ein Mensch so verzweifelt bzw. krank und verzweifelt ist, dass er sich das wertvollste, was er hat, nämlich sein Leben, freiwillig nimmt, ist das immer eine ganz traurige Sache! Bei dir klingt das fast schon schadenfroh, weil auch "der Reiche" tot ist bzw. verständnislos, weil der doch Geld hatte...
Da frag ich mich heute, was ist bloß mit dir los? Kann denn ein Mensch, auch wenn er materiell alles zu haben scheint, nicht trotzdem kreuz-unglücklich sein? Sind seine Probleme "weniger wichtig oder schlimm", weil er sich was schönes kaufen kann?
Sicherlich hätte Herr Merckle noch ausreichend finanziellen Rückhalt gehabt, um nicht als Hartz 4 Empfänger seinen Lebensabend fristen zu müssen. Allerdings bezweifle ich, dass es ihm nur darum ging. Ich kann mir vorstellen, dass es einfach verdammt hart ist und unendlich weh tut, wenn das, was du dir die letzten 40 Jahre mühsam aufgebaut hast, (durch eigene "Dummheit"?) auf einmal vor dem Ruin steht... Das ist immer furchtbar...Ob das nun ein Millionenimperium ist, oder ein kleiner Selbstversorgerbauernhof sollte uns dabei eigentlich nicht interessieren...

Niphredil - 8. Jan, 21:17

Hallo Petra =) Ich verstehe grad deinen Post nicht... ich habe gesagt, dass ich nicht fähig bin über diesen Selbstmord zu urteilen. Falls ich mich so ausgedrückt habe, dass du doch auf Merkel (oder wie der man nun geschrieben wird) schließt dann war das nicht meine Absicht. Dieser Selbstmord war eigentlich ein Denkanstoß allgemein was unseren Kapitalismus betrifft. Ich finde es beispielsweise interessant das unsere Regierung es geschafft hat 25% einer Bank zu verstaatlichen. Vor einem halben Jahr wärste mit "verstaatlichung" auf dem Scheiterhaufen gelandet.

Es tut mir leid, aber wie gesagt, es gibt definitiv Verantwortliche die sich selbst diese Suppe eingebrockt haben. Und diese Verantwortlichen können nun hier meine Kritik lesen und verdienen auch diese Kritik.

Schadensfroh über einen Selbstmord bin ich natürlich nicht! Also bitte... schadensfroh über die derzeitige kapitalistische Situation aber schon. Hält sich aber auch in Grenzen, weil wieso sollte ich schadensfroh sein, wenn wohl meine Kinder und ich dafür büßen müßen?

Schön und gut wenn manche 40 Jahre etwas aufbauen müßen. Das muß der kleine Mann auch. Und auch viele kleine Männer verlieren ihr Haus, ihre Familie, ihre Arbeit, ihr Werk. Und auch viele kleine Männer verlieren sich dabei in Selbstmord. Viele kleine Männer verloren ihre Arbeit durch einen "Manager" der nicht mal ein Gewissen hatte. Ehrlich? Eigentlich unmenschlich... aber bei Geld wird sich wohl eher ein Strick gebaut...
f.b. (Gast) - 8. Jan, 21:45

Die eigene Medizin schmeckt immer am schlechtesten

...
Also ich habe niphredils text nicht als schadenfroh erlebt. Darum scheint es nicht zu gehen. Merkle ist doch nur ein Beispiel für ein gesellschaftliches Phänomen.

Zur Rendite-Erhöhung und Effizienz-Steigerung werden Tag für Tag Menschen vor die Tür gesetzt. Werden Existenzen von Familien auf Messers Schneide gestellt und mit Menschen wie mit Waren disponiert! Bringt sich ein, zwei oder drei Hartz-IV-Empfänger um. Kommt das weder in den Medien noch scheint es die Öffentlichkeit zu scheren - sie "kosten" ja nur...

Bringen sich jedoch die Banker an der Wall-Street um, weil sie ihr Vermögen verspekuliert haben, nehmen sich Industrielle oder Konzernbosse das Leben, ist es ein Drama...

Hier wird mit zweierlei Maß gemessen!

Selbstverständlich können auch reiche Menschen traurig sein. Selbstverständlich ist auch ihr tot bedauernswert.
Aber nicht bedauernswerter als der eines Hartz-IV-Empfängers.

Zu denken gibt dabei nur. Ein Mensch, der innerhalb seiner "Karriere" bestimmt so einige Menschen in den finanziellen Ruin getrieben hat ohne mit der Wimper zu zucken - erträgt die tagtägliche "Arbeit" eines Managers und Firmenlenkers am eigenen Leibe nicht...

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