Ist der Mensch noch Natur?
Ist der Mensch noch Natur? Das war heute eine spannende Frage in unserem Seminar. Ich hänge den Gedanken noch bisschen hinterher. Und natürlich denken viele, dass der Mensch eben nicht mehr Natur ist, weil er sie zerstört. Und manche Menschen wollen zurück zu der Natur und man muß sich fragen: aber wie eigentlich? Kann man sich derart als Subjekt von der Masse trennen?
Aufjedenfall ist ein interessanter Ansatz:
1. Das der Mensch sich überhaupt fragt "Bin ich noch Natur?" zeigt, dass er sich schon mit dieser Frage aus der Natur ausgrenzt. Wir fragen uns eben nicht "Bin ich noch Kultur?", denn das ist eindeutig klar, das sind wir. Aber Natur?
2. Wir betonen doch gerade selbst, dass wir eine Art "Sonderstellung" im Kreislauf haben. Wir sind diejenigen die sowas wie ein Geist haben. Wir können nach dem Sinn fragen und haben Religion.. Jahahah... aber... was wollen wir nun sein? Etwas geistig-sinnhaftes oder doch lieber Natur und nahe am Tier? Für eine Seite sollte sich der Mensch schon entscheiden.
3. Dann kamen wir auf etwas, was meinem Glauben entspricht. Die Natur ist das Göttliche und das Göttliche ist die Natur. Warum ich daran glaube? Wenn ich die Natur beobachte sehe ich einen Kreislauf, ein Wunder, ich frage mich wie das alles funktionieren kann? Woher weiß "es/man" das es so richtig funktioniert? Und das auch noch so perfekt?
Aufjedenfall wenn wir sagen Natur=Göttlich, dann muß man sich fragen, wo hier der Mensch ist? Richtig man wird ausgegrenzt. Und erst bei dem ergab mein Glaube eigentlich erst einen Sinn. Mich stören Menschen und die Natur ist eben das, wo keine Menschen sind! Erst da ist für mich was perfektes anzutreffen, ein Wunder anzutreffen.
4. Dann haben wir ne kurze Zeit über den Determinismus geredet. Determinismus bedeutet in einfachen Worten "Bestimmtheit/vorbestimmt". Wir sind determiniert. Jedoch wenn der Mensch das weiß, wenn wir also wissen das manches vorbestimmt ist, erst dann ist sowas wie ein eigener Wille möglich! Erst wenn ich über meine Vorbestimmung weiß, kann ich sie ändern und zwar willentlich. Ich habe vor paar Stunden im Seminar den Sinn über das Lesen von Horoskopen erklärt, natürlich aus meiner Sicht.
Ich lese gerne Horoskope und manchmal wenn dort beschrieben ist, dass es ein blöder Tag wird, dann denke ich mir, ok jetzt erst Recht. Ich bin morgen eben nicht schlecht gelaunt! Ich weiß etwas über meine Vorbestimmtheit und schöpfe daraus den Willen etwas zu ändern. Natürlich gibt es aber auch da ein Problem! Würde es dann nähmlich bedeuten, dass wenn ich nicht meine Vorbestimmung weiß eine Hülle bin?
5. Der Tod... Wir haben uns im Seminar gefragt, warum der Mensch eigentlich denkt, warum er sowas wie eine Religion erschafft? Die Antwort: der Tod. Und zwar gibt es die Theorie: erst, wenn wir an ein Leben nach dem Tod glauben, also eine erhoffte Vollendung durch den Tod, ist der Mensch erst in der Lage sich religiösen und ethisch-moralischen Gründen zu stellen bzw. aufzubauen. Ist die Moral nur möglich durch den Tod? Gäbe es eine Moral, wenn wir unsterblich wären? Was wäre geschehen, wenn in der gesamten Geschichte kein Mensch umgebracht worden wäre... es sowas wie eine französische Revolution nicht gab, also keine Brüderlichkeit, Gleichheit und Freiheit? Ich mein eigentlich ist doch erst durch das allerschlimmste soetwas wie die Grundrechte entstanden... durch den Tod vieler Milliarden Menschen.
Was wäre ein Leben ohne den Tod? Oder wäre die Moral schon da? Oder zählt Moral nur, wenn jemand Schaden erleiden kann?
Der Tod macht das Leben unerklärbar. Der Tod (das Jenseits) ist ein Stückchen in unserer Welt, was nicht erklärt werden kann. Das ist der Punkt wo die Naturwissenschaften aufhören und der Mensch anfängt...
Die Punkte spiegeln nicht unbedingt meine Meinung wieder, jedoch regen sie ungemein zum Nachdenken an und das mag ich =) Ich wäre gern Denker vom Beruf...
Aufjedenfall ist ein interessanter Ansatz:
1. Das der Mensch sich überhaupt fragt "Bin ich noch Natur?" zeigt, dass er sich schon mit dieser Frage aus der Natur ausgrenzt. Wir fragen uns eben nicht "Bin ich noch Kultur?", denn das ist eindeutig klar, das sind wir. Aber Natur?
2. Wir betonen doch gerade selbst, dass wir eine Art "Sonderstellung" im Kreislauf haben. Wir sind diejenigen die sowas wie ein Geist haben. Wir können nach dem Sinn fragen und haben Religion.. Jahahah... aber... was wollen wir nun sein? Etwas geistig-sinnhaftes oder doch lieber Natur und nahe am Tier? Für eine Seite sollte sich der Mensch schon entscheiden.
3. Dann kamen wir auf etwas, was meinem Glauben entspricht. Die Natur ist das Göttliche und das Göttliche ist die Natur. Warum ich daran glaube? Wenn ich die Natur beobachte sehe ich einen Kreislauf, ein Wunder, ich frage mich wie das alles funktionieren kann? Woher weiß "es/man" das es so richtig funktioniert? Und das auch noch so perfekt?
Aufjedenfall wenn wir sagen Natur=Göttlich, dann muß man sich fragen, wo hier der Mensch ist? Richtig man wird ausgegrenzt. Und erst bei dem ergab mein Glaube eigentlich erst einen Sinn. Mich stören Menschen und die Natur ist eben das, wo keine Menschen sind! Erst da ist für mich was perfektes anzutreffen, ein Wunder anzutreffen.
4. Dann haben wir ne kurze Zeit über den Determinismus geredet. Determinismus bedeutet in einfachen Worten "Bestimmtheit/vorbestimmt". Wir sind determiniert. Jedoch wenn der Mensch das weiß, wenn wir also wissen das manches vorbestimmt ist, erst dann ist sowas wie ein eigener Wille möglich! Erst wenn ich über meine Vorbestimmung weiß, kann ich sie ändern und zwar willentlich. Ich habe vor paar Stunden im Seminar den Sinn über das Lesen von Horoskopen erklärt, natürlich aus meiner Sicht.
Ich lese gerne Horoskope und manchmal wenn dort beschrieben ist, dass es ein blöder Tag wird, dann denke ich mir, ok jetzt erst Recht. Ich bin morgen eben nicht schlecht gelaunt! Ich weiß etwas über meine Vorbestimmtheit und schöpfe daraus den Willen etwas zu ändern. Natürlich gibt es aber auch da ein Problem! Würde es dann nähmlich bedeuten, dass wenn ich nicht meine Vorbestimmung weiß eine Hülle bin?
5. Der Tod... Wir haben uns im Seminar gefragt, warum der Mensch eigentlich denkt, warum er sowas wie eine Religion erschafft? Die Antwort: der Tod. Und zwar gibt es die Theorie: erst, wenn wir an ein Leben nach dem Tod glauben, also eine erhoffte Vollendung durch den Tod, ist der Mensch erst in der Lage sich religiösen und ethisch-moralischen Gründen zu stellen bzw. aufzubauen. Ist die Moral nur möglich durch den Tod? Gäbe es eine Moral, wenn wir unsterblich wären? Was wäre geschehen, wenn in der gesamten Geschichte kein Mensch umgebracht worden wäre... es sowas wie eine französische Revolution nicht gab, also keine Brüderlichkeit, Gleichheit und Freiheit? Ich mein eigentlich ist doch erst durch das allerschlimmste soetwas wie die Grundrechte entstanden... durch den Tod vieler Milliarden Menschen.
Was wäre ein Leben ohne den Tod? Oder wäre die Moral schon da? Oder zählt Moral nur, wenn jemand Schaden erleiden kann?
Der Tod macht das Leben unerklärbar. Der Tod (das Jenseits) ist ein Stückchen in unserer Welt, was nicht erklärt werden kann. Das ist der Punkt wo die Naturwissenschaften aufhören und der Mensch anfängt...
Die Punkte spiegeln nicht unbedingt meine Meinung wieder, jedoch regen sie ungemein zum Nachdenken an und das mag ich =) Ich wäre gern Denker vom Beruf...
Niphredil - 28. Jan, 12:56
Feuerseele - 30. Jan, 21:17
Klingt nach einem tollen Seminar!
Ohne den Tod wäre die Menschheit vermutlich nur ein großes streunendes Rudel, dessen Individuen früher oder später an sich selbst verzweifeln würden ... Obwohl Moment, eigentlicht ist das ein bisschen auch jetzt schon so ...
Moral denke ich wäre aber da, denn es gibt ja nicht nur physischen Schaden. Die Frage wäre, wie man zu einer solchen Moral kommen würde. Es stimmt schon - es muss erst das schlimmste irgendwo passieren, um die "Moral von der Geschicht" zu verinnerlichen...
Die Vorstellung von einem Leben ohne Tod finde ich persönlich übrigens furchtbar. Irgendwie empfinde ich den Tod für mich als großes Reiseziel. Keins, nach dem ich jetzt schon Fernweh hätte, aber eins, an dem ich, wenn ich es irgendwann erreiche, sicher und geborgen sein werde. Ich finde den Gedanken sehr friedlich und beruhigend. Alle Menschen haben dieses Ziel, und jeder geht seinen eigenen individuellen Weg dahin. Aber das Ziel, das macht uns alle dann doch irgendwie wieder gleich.
Und danach?
Naja, wir sind ja eigentlich sogar schon im danach.
*philosophier*
LG,
Feuerseele
Moral denke ich wäre aber da, denn es gibt ja nicht nur physischen Schaden. Die Frage wäre, wie man zu einer solchen Moral kommen würde. Es stimmt schon - es muss erst das schlimmste irgendwo passieren, um die "Moral von der Geschicht" zu verinnerlichen...
Die Vorstellung von einem Leben ohne Tod finde ich persönlich übrigens furchtbar. Irgendwie empfinde ich den Tod für mich als großes Reiseziel. Keins, nach dem ich jetzt schon Fernweh hätte, aber eins, an dem ich, wenn ich es irgendwann erreiche, sicher und geborgen sein werde. Ich finde den Gedanken sehr friedlich und beruhigend. Alle Menschen haben dieses Ziel, und jeder geht seinen eigenen individuellen Weg dahin. Aber das Ziel, das macht uns alle dann doch irgendwie wieder gleich.
Und danach?
Naja, wir sind ja eigentlich sogar schon im danach.
*philosophier*
LG,
Feuerseele
Niphredil - 1. Feb, 10:20
Hallo Feuerseele.
Ich würde ein Leben ohne Tod sehr merkwürdig finden. Ich würde es als unnatürlich sehen. Es ist zwar ein ausgelutschert Satz, aber es ist wirklich so, der Tod macht unser Leben erst wertvoll.
Ja stimmt es ist schon eine Reiseziel =) Manchmal habe ich jedoch Fernweh an das schöne Paradies, aber das ist ein ganz anderes Fernweh. Ich bin dennoch froh leben zu dürfen und auch wenn ich mich dorthin sehne, weiß ich wo ich im Moment hingehöre. Es tut nicht weh, nicht dort zu sein.
LG
Ich würde ein Leben ohne Tod sehr merkwürdig finden. Ich würde es als unnatürlich sehen. Es ist zwar ein ausgelutschert Satz, aber es ist wirklich so, der Tod macht unser Leben erst wertvoll.
Ja stimmt es ist schon eine Reiseziel =) Manchmal habe ich jedoch Fernweh an das schöne Paradies, aber das ist ein ganz anderes Fernweh. Ich bin dennoch froh leben zu dürfen und auch wenn ich mich dorthin sehne, weiß ich wo ich im Moment hingehöre. Es tut nicht weh, nicht dort zu sein.
LG






Das hört sich ja mal nach einem intressanten Seminar an - wo du doch meintest, davon hättest du dieses Semester zu wenige. Fein! :-)
Das ist wirklich eine gute Frage... ist der Mensch noch Natur?
Im Vergleich zu Tieren und deren Lebensweise handelt der Mensch überlegt, also nicht (oder nur selten) intuitiv, aus dem Bauch heraus...
Andererseits erinnern mich die Menschen, die sich morgens - jeder für sich!- durch die Straßen, in die S-Bahnen, aus der Bahn, durch die Straßen zur Arbeit schlängeln und drängeln manchmal echt an Ameisen... manchmal helfen sie einander (wenn das gefundene Blatt zu groß für eine alleine ist), die meiste Zeit rennen sie aber (scheinbar planlos) und jede für sich ihrem Ziel entgegen...
Ist mir dazu nur grade eingefallen.
Welche Rolle spielte denn das Gewissen in euren Überlegungen? Oder lief das quasi unter "der Moral"?
Hach, ich beneide dich grade um solch intressante Uni-Themen :-D
Wünsch dir noch nen schönen Abend mit Nachdenken!
Liebe Grüße
Ja leider dieses Semester wirklich zu wenig. Das Seminar ist eigentlich auch mies, aber die letzten zwei Stunden hatten wir das Thema Naturwissenschaft und Philosophie.^^
Das Seminar läuft unter dem Namen "pädagogische Anthropologie". Wir quatschen um Themen die sich um "geist/gehirn" drehen. Also neurologischer Schwerpunkt auch. Das mit der Moral war mein Gedanke noch nachträglich dazu =)
LG