Ich bin wieder da und das Thema: Die Frau und die gläserne Decke

Hallo ihr Lieben. Ich bin wieder da. Ich hab am 14.12. meine Magisterarbeit endlich abgegeben. Es war unmöglich nach stundenlangem Sitzen und Tippen nur einen Satz für den Blog hier zu verwenden.

Starten möchte ich gleich mit einem Thema, welches momentan so stark in meinem Leben vorherrscht und mich fast aus den Socken gehauen hat.

Ich prüfte vor paar Tagen Stellenanzeigen und fand eine Stelle, wo ich dachte: "Das kann nicht wahr sein." Dsas die Stelle mal frei wird, bei einer der führenden und besten Volkskundlerinnen. Leider ist die Stelle in Kiel. Wäre ich alleine hätte ich nicht überlegt und mich drauf beworben. Hätte ich die Stelle bekommen (es ist eine Halbtagsstelle, aber mit Superverdienst), wäre ich nach Kiel gezogen (toll Meeresluft!). Das wäre sogar eine Lehrtätigkeit gewesen. Aber ich bin ja verheiratet und habe einen Mann. Dieser Mann hat sein Traumjob - eigentlich - schon. Und er wird super bezahlt. Ab Januar solls losgehen. Bei Kiel stehen wiederum die Chancen für ihn mehr als mies, da eine Stelle zu finden. Ich würde hier in RLP schon eher was finden.

Mit dieser Stelle, knallte ich an die von meiner Professorin beschworenen "gläserne Decke". Irgendwann merkt man als Frau, dass man eine Frau ist und das die Sozialisation und die Gesellschaft einen so im Griff haben, dass man in alte Rollenmuster verfällt. Ich! Ja ich, mich hats erwischt. Das weitere Problem ist, dass ich mit meinem Mann auch etwas anderes abgesprochen habe. Das ich mich hier umsehe und wenn ich nichts finde, dann erst Baby.

Jetzt mit dem Studienabschluss zu 1/3 in der Tasche möchte ich das nicht mehr. Ich will auch die Möglichkeit haben mich überall zu bewerben, um meinen Traumjob zu erhalten. Und Baby? Ist aufeinmal ganz weit nach hinten gerückt. Akademikerinnen-effekt?

Als ich die Magisterarbeit abgab, hatte ich null Freude. Ich fragte mich die ganze Zeit, warum ich sie eigentlich abgebe? Um als Hausfrau zu enden, die erstmal nichts bekommt? Nach jahrelanger Tortour durch Prüfungen und ein Studium? Mit nachgeholten Abi nach der Ausbildung? 10 Jahre lang arbeite ich an meiner beruflichen Karriere und nun Baby?

Ich fühl mich als Frau momentan verarscht. Ich fühl mich vom Leben einfach verarscht. Ich fühl mich auch von mir selbst verarscht, hab ich mich etwa mit dem "job ist mir nicht wichtig" irgendwie selbst belogen? MIt dem Wissen, dass die Jobchancen hier beschissen aussehen?

Ebenfalls ist eine Stelle frei in einem Freilichtmuseum. Dreimal wurde die Bewerbungsfrist nach hinten gerückt, weil sie anscheinend keine geeigneten Bewerber gefunden haben. Ebenfalls für mich ein Traumjob. Zu weit weg.

Wir haben überlegt, ob wir nach Kiel ziehen, aber meine 1500 Euro würden zum Leben, wir bräuchten eine Wohnung, Haus würd nicht gehen kein Kredeit - nicht reichen. Hier zahlen wir keine Miete und mein Mann würde mehr verdienen. Hier könnten wir sogar ein Kredit für unser Häuschen bekommen.

Viel Geheule wenig Sinn. Ich frage mich einfach: Warum hab ich nicht die Chance oder die Möglichkeit mich auch überall zu bewerben? Ist es klar, dass in einer Ehe es nach der Richtung eines Mannes geht, da er IMMER mehr verdient? (Die seltenen Fällle, wo die Frau mehr verdient, interesssieren mich mal voerst nicht).

Mein Mann hat gesagt, ich soll mich bewerben und wenn ich genommen werde, führen wir eine Fernbeziehung. Er ist total fertig, wie es mir geht. Und er, wie auch ich, haben große Angst, dass irgendjemand wegen dem anderen verzichten muss und später mal die Ehe auf Vorwürfen basiert. Er hat mir die Wahl gelassen und ich hab mich gegen eine Fernbeziehung entschieden. Er ist einfach meine Nr. 1.

Wahrscheinlich bin ich eigentlich darüber erschrocken, dass mir urplötzlich ein Job wichtig erscheint und ein Baby wirklich in die Weite gerückt ist. Ich frage mich sogar, ob ich überhaupt ein Baby möchte und mir die Beziehung zu meinem Mann nicht reicht. Wann hab ich mich denn bloß so verändert? Wo kommt denn das her? Vielleicht ist es das was mich so erschreckt?

LG

Niphredil

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