War eben wieder eine Runde Laufen. Inzwischen mache ich seit einem Jahr (oh mein Gott) 2-3 Mal die Woche Sport. Mal Laufen, mal Muskeltraining. Und heute beim Laufen ist mir aufgefallen, dass es echt schon ein Jahr ist. Ich hab einfach angefangen. Ich sahs vorm PC, es kam ein Gedankenblitz und ich machte sofort Muskelübung. Einfach so. Ohne Gedanken ohne Entschluss. Schwubs wars da.
Sport ist für den Geist. Nicht für den Körper. Aber der Geist ist für den Körper. Wenn ich laufe, bin ich frei. Dann kommen alle Gedanken, die wichtig sind und die mich wirklich intressieren. Ich fütter meinen Geist ohne zu merken, dass ich laufe. Dabei stellt mein Geist alles für mich ein: Schweiß produzieren, nach Wasser lechzen, Herzschlag erhöhen etc.
Ich bin der festen Meinung: Sport ist nicht zum Abnehmen da, sondern nur für deinen Kopf. Er räumt auf im Stübchen, holt dich wieder auf den Boden und lässt dich erkennen, was im Leben wichtig ist. Im Sport bist du konzentriertes Ich. Dabei ist es unwichtig wie lange du es machst bzw. "aushälst" oder ob du schon sportlich bist, oder wie ich mal, eine totale Couchpotatoe. Dein Kopf gewöhnt sich schnell dran.
Ich liebe es, ich weiß gar nicht, wie ich soviele Jahre ohne Sport leben konnte. Bewegung ist Leben.
LG
Niphredil
Niphredil - 23. Okt, 13:17
Gestern kamen wir von unserer zweiten Heimat wieder nach Hause. Der Übergang von "dort" zu "hier" ist fürchterlich für mich. Diese Wohnung und das Leben hier engt mich ein. Es engt meine Fantasie, meinen Geist und meine Gedanken ein.
Ich glaube ich bleibe hier nicht mehr ein Jahr. Spätestens nächstes Jahr Mitte März bin ich fertig mit dem Studium und da gebe ich mir ein halbes Jahr für einen Job und ein neuen Lebensraum.
Ich habe keine Lust mehr auf Menschen, die mir immer vorschlagen, was ich zu tun habe und ich habe auch kein Bock mehr auf diese eklige stinkede Industriestaat, wo anscheinend nur verblödete und ignorrante Menschen leben. Das Leben ist zu kurz...
LG
Niphredil
Niphredil - 13. Okt, 08:46
Jemand gestern Maischberger geschaut? Es trafen sich 4 "potentielle" Frauen und ein Mann.
Alice Schwarzer. Ich mag sie ja eigentlich diese Schwarzer. Bisschen nervig und leider in den letzten Jahren immer mehr verflacht. Sie kratzt höchstens nur noch die Oberfläche. Mag sein, dass sie die Machos des Monats wählt, doch was hilft uns das weiter?
Lady Bitch Ray. Vorher nie etwas von ihr gehört und gesehen (gott sei dank). Eine Frau mit Vaginafotzenpower (ihre Worte!), die über ihre Muschi reden möchte. Mein Gott Vagina, Fotze, Muschi. Die Frau studierte Linguistik und 90% ihres Wortschatzes verpafft die in diesen 3 Worten. Alles scheint sich darum zu drehen. Sie zieht sich an wie eine Schlampe, schon stylisch aber billig. Sie möchte jedoch nicht, dass ihr Äußeres gegen sie verwendet wird. Mädl wach doch auf! Es ist scheiß egal wie eine Frau aussieht, es wird immer gegen dich verwendet. Wenn du häßlich und ungepflegt bist ebenso, wenn du dich sexy kleidest.
Mit in dieser "Plastik"-runde noch Sonya Kraus. Ganz ehrlich? Ihr kennt doch diese kleinen Footballschläger, die man aufblasen kann? Die ganz weich sind, wenn man auf jemanden einschlägt? Das habe ich mir für Sonya Kraus gewünscht. Nicht nur, dass sie aufeinmal wie Kader Loth gesprochen hat. Sie gab Sachen von sich, ich dachte echt sie hätte vor der Sendung Schlaftabletten genommen. Ihr Statement des Tages: lasst Titten spielen und Männer sind hypnotisiert und manipulierbar.
Von der vierten Dame hab ich leider den Namen vergessen, sie hatte aber eine relative gute Beobachtungsgabe und sollte Psychotherapeutin werden. Sie war mir noch die angenehmste von allen.
Alles in allem eine Runde, die wieder mal überhaupt nicht der normalen Frau entsprach. Die Vollblutfeministin, eine Schlampfe - ja und Sonya keine Ahnung - und eine Tüte voll mit heißer Luft. Gesprächsthemen? Muschis oder Machos. Klitoris oder Küche. Ich musste die Sendung über Schmunzeln und freute mich über diesen hirnlosen Austausch über und mit Frauen. Klar, dass das Thema der Muschi immer wieder Interesse auf sich zieht. Es ist klar, dass ich in meinem Leben schon viele Schwänze gesehen habe, weil Männer ständig irgendwo ohne Scham hinpinkeln oder ihren Hosenschlitz nicht zu machen können. Klar man könnte darüber reden, warum man Muschis nicht in der Öffentlichkeit sieht? Weil es vielleicht schwer ist breitbeinig durch die Gegend zu laufen. Vielleicht ist es auch zu umständlich sich erstmal auf den Rücken zu legen.
Aber die Muschi ist ja nicht das Thema. Zumindestens für normale Frauen. Normale Frauen interessiert, warum es so viele Beleidigungen für sie gibt, welche auf ihr Geschlecht zurückführen? Sie interessiert, warum sie immernoch zu wenig verdienen? Sie interessiert, wie sie dadurch im Rentenalter leben können? Sie interessiert, warum gerade die Frau so medikalisiert wird? Sie interessiert, warum es immernoch so schwer ist, sich für ein Kind zu entscheiden, wenn man voll und ganz im Berufsleben steht? Und sie interessiert, warum gerade sie oft Opfer von sexueller Gewalt ist? Sie interessiert, warum gerade Frauen oft im Billiglohnsektor schafft. Ah Billiglohnsektor, ja da kommen wir ja der Schlampensache schon näher.
Die Frauen interessiert es einen Scheißdreck wer ein Macho ist und was mit meiner Vaginafotzenpower los ist. Aber Dr. Lady Bitch Ray will ja nur provozieren! Ja eben: NUR. Daneben diskriminiert sie wie andere.
Ich bin mal gespannt, ob es jemals in diesem JahrTAUSEND noch möglich sein wird, dass es einmal eine Runde gibt, wo zum Beispiel darüber gesprochen wird, wie die Unterschiede im Lohn zwischen Mann und Frau ausgeglichen werden soll?
Niphredil
p.s. Lisa du hattest wohl Recht.
Niphredil - 28. Sep, 13:06
Ich war heute auf einer Beerdigung. Der Lebensgefährte meiner Oma ist gestorben. Ich freute mich, dass man vor der Beerdigung noch den Leichnam sehen durfte. Ich stellte mir vor, wie ich ihn nochmal berühren kann und mich persönlich von ihm verabschieden könnte.
Als ich jedoch dieses Raum in der Leichenhalle betrat, war ich mehr als enttäuscht. Nicht nur, dass es so dunkel war und man fast den Flur nicht sah, nein. Es war eine Scheibe davor. Und so lag der Mann hinter einer Scheibe. Die Wände waren beschmutzt und grau gemalt. Der Sarg stand auf einer Bahre, die nicht mal mit einem Tuch abgedeckt war. An der grauhäßlichen Wand fanden sich überall schwarze Spuren, was für mich ein Anzeichen war, dass man den Sarg vermutlich nicht so gefühlvoll um die Ecke fuhr, denn dafür waren die Schrammen viel zu dick. Außerdem ärgerte ich mich über den offenen Mund, den hätte man mit wenigen Griffen verhindern können. Das war aber das kleinere Problem.
Das Licht erinnerte mich an eine alte Straßenlaterne. Und das Geräusch der arbeitenden Belüftung lies ein Gefühl aufkommen: in der Besenkammer muss es schöner sein.
Die Beerdigungszeremonie war so wie immer. Ich sang die Lieder nicht mit, zum Vaterunser ließ ich mich überreden und schwörte nie wieder das Gebet aufzusagen. Ansonsten Gerede über Gott und wie er uns beisteht und die Trauer von uns nimmt.
Nichts persönliches in dem Raum. Nichts für den Verstorbenen.
Und dabei gibt es so tolle und schöne Möglichkeiten Abschied zu nehmen. Leider stand ich der Familie der Trauernden viel zu weit weg um ihnen Tipps "geben zu dürfen".
Sowas bestärkt mich immer mehr nach dem Studium in diesem Bereich tätig zu sein. Ich habe nur in letzter Zeit daran gezweifelt. Die Gründe möchte ich nicht aufführen, aber ich beschäftige mich schon länger mit dem Tod und ich dachte, dass es irgendwann auch genug ist. Das es mal sinnvoll ist - ja - den Tod zu verdrängen. Es ist aber auch sinnvoll den Tod anders zu gestalten. ich weiß nicht, warum wir an Sachen festhalten, die uns nicht mehr viel bedeuten. Warum wir uns nicht trauen mal etwas neues auzuprobieren. Ich würde mich freuen als Trauerbegleiterin oder Trauerrednerin zu arbeiten. Und ich denke, dass ist nach dem Studium sicherlich eine Option.
LG
Niphredil
Niphredil - 26. Sep, 17:27
Mir ist gestern etwas aufgefallen. Ich war Samstags endlich mal wieder im Wald unterwegs. Ich habe leider keine Fotos, da ich einfach mal losziehen wollte und nebenbei soweiso Pilze sammeln wollte. Ich entdeckte so tolle Sachen im Wald. Frösche, ein Skelettkopf vom Fuchs und ich sah wie sich zwei riesige Hornissen bekämpften. Das waren so Momente, da kann ich GANZ sein. Einfach nur ich. Niemand sieht mich, niemand beurteilt mich: einfach gar nichts! Für andere Menschen, wirken diese Erlebnisse vielleicht lächerlich oder unbedeutend, aber bei mir verschönern sie mein Leben. Ich werde irgendwie zufriedener und ich weiß wieder, worauf es ankommt. Das ist doch irgendwie Magie oder?
Anderen Leuten geht das am Arsch vorbei und in mir verändert es eine Welt. Ist der Unterschied die Magie?
Ich merke in letzter Zeit vermehrt, wie mein Leben und meine Ansichten andere "nerven". Zum Beispiel liegt der Lebensgefährte meiner Oma im Sterben. Ich sagte, dass ich ihn besuchen möchte. Ich kenne ihn nicht wirklich, aber immer wenn ich Geburtstag hatte, gabs eine Karte mit bisschen Geld. Und wenn er Geburtstag hatte, da waren wir alle eingeladen. Für manche ist eben dieser Besuch "unbegreiflich". Man konnte mich nicht verstehen. Ich würde hingehen, um einfach jemanden beim Sterben zuzuschauen und dann wurde gesagt, dass ich ja über den Tod schreibe und dadurch hingehen möchte.
Nein! NEIN NEIN NEIN! Und man hat nicht mal die Möglichkeit zu sagen, warum man da hingehen möchte. Vielleicht auch, weil die Oma fertig ist? Aber das wird nicht gesehen. Es hieß dann: dann kann die Oma ja endlich ihre Hobbies machen, die sie vor ihrem Lebensgefährten hatte.
Ich wusste auf das alles nichts mehr zu sagen. Ebenso, weil ich einen Geburtstagbesuch abgesagt habe, weil ich lieber zu den Eltern fahren wollte und eben in den Wald gehen wollte. Manche Leute können den ganzen Abend nicht aufhören und weiter darauf bestehen, doch zu kommen. Ich versteh das ja, niemand möchte, dass jemand seinem Geburtstag absagt. Ich möchte aber auch nicht, dass mein Verhalten als "merkürdig" gesehen wird und nur die eigene beschränkte Weltsicht zur Deutung meines Verhaltens genutzt wird.
Da sind wir auch bei dem Thema Geschenke, mir grauts jetzt schon vor Weihnachten. Menschen versetzen sich nicht in andere Menschen, Menschen kennen nicht mal die Menschen in ihrem Umfeld und das liegt immer wieder an dieser stillen, unbewussten "Wahrheit": ich hab immer recht.
LG
Niphredil (die es aufgegeben hat, einmal einen Menschen zutreffen, der sie wenigstens versteht).
Niphredil - 19. Sep, 17:16
Hat mich das wieder gestern weggeleddert. Bereits um 22 Uhr lag ich im Bett und hab tatsächlich bis 10 Uhr durchgeschlafen. Eigentlich sollte ich ja an meiner Magisterarbeit schreiben, aber ich bin fix und fertig und ich hab keine Ahnung von was! Das bisschen Stress kann es nicht sein.
Normalerweise schlafe ich frühestens um 1 Uhr ein, aber gestern konnte ich mich noch nicht mal wehren. Und heute ist es auch nicht besser. Ich glaube ich koch mir erstmal ein Tee, dann wird es sicherlich bergauf gehen. Den heutigen Arbeitstag schmeiß ich lieber direkt in die Tonne. Zu viel werd ich heute sicherlich nicht mehr kommen. Ich komme auch so gut wie nicht vor die Haustüre. Wann ich das letzte Mal im Wald war? Das ist schon Monate her. Die Magisterarbeit nimmt mir einfach einen Großteil der Energie. Und es ist auch in Ordnung. Ich hoffe nur, dass danach alles wieder seinen gewohnten Weg geht.
Wenn ich etwas Grünes brauche dann lauf ich ne Runde mit Hund oder verbringe meine Zeit im Garten:
LG
Niphredil
Niphredil - 7. Sep, 10:56