~ Philosophisches...

Freitag, 28. November 2008

Die Geschichten des kleines Mannes...

Gestern ging es mir gar nicht gut. Da mein Hund bald operiert wird haben wir uns entschlossen wieder ein Teil des Erbes vom Vater meines Verlobten zu verkaufen. Er war leidenschaftlicher Sammler von .... allem. Wenn ich allem sage meine ich das auch. Von Briefen bis Münzen, Feldpost, Briefmarken etc. einfach alles. Soviel das es ein ganzes Zimmer füllen kann. Er ist vor etwa 3 1/2 Jahren verstorben. Der Verstand sagt natürlich das Zeugs endlich zu verkaufen, doch das Herz fühlt sich in dem Augenblick sehr schmerzhaft an.

Er hatte sich in seinem Zimmer wirklich ein Imperium aufgebaut. Naja und gestern fingen wir an das Zimmer durchzuwühlen um es einem lieben Herrn aus Wiesbaden zu verkaufen. Soviel das es grad für die OP reicht. Für sinnlosen Kram wollen wir die Sachen auf gar keinen Fall verkaufen.

Und beim Durchstöbern von Ersttagsbriefen entdeckte ich eine Briefmarke für bzw. aus dem Friedland. Friedland... hatte ich eigentlich schon ganz vergessen.

Friedland ist erstmal eine kleine Gemeinde von Göttingen. Dort landete ich mit meinen Eltern nachdem wir aus Polen "geflüchtet" sind. Ich erinner mich noch genau daran, weil es schon eine Zeit der Angst teilweise war. Mein Vater ist ja Deutscher und er bekam eine Genehmigung in Polen seine Familie in der DDR zu besuchen. Meine Mutter und ich jedoch nicht. Meine Mutter ist Polin. So reiste mein Vater ab. Meine Mutter besorgte sich in der Zeit eine gefälschte Ausreisegenehmigung. Wir hatten einen guten Freund der uns in die DDR rüberfahren konnte.

Wir mußten anscheinend früh morgens aufgestanden sein, denn ich war totmüde. Ich war da etwa 3 Jahre alt. Ich bekam ein blödes Marmeladenbrot zum Frühstück und gott weiß ich hasse Marmeladenbrot. Ich aß immer Brötchen mit einem süßes Fruchtkäse drauf. In Deutschland wird sowas gar nicht verkauft. Wir fuhren los. Mir war alles egal hauptsache mein "Mischu" mein Teddybär, der eigentlich ein Hund war, war dabei.

Die Grenzen waren für mich schon als Kind furchtbar. Wir standen sehr lange dort und ich sah wie sie einfach alles durchsuchten. Wir durften aus den Autos in manchen Gebieten nicht aussteigen. Meine Mutter warnte mich davor, sonst würde man auf mich schießen. Wobei ich echt nicht mehr weiß, ob sie das zu mir gesagt hatte. Wir kamen durch... und wir trafen uns auf einer großen Raststätte mit meinem Vater. Die Wiedersehensfreude war groß.

Und dann kamen wir nach Friedland. Wir hatten nichts dabei. Nur paar Kleider und halt das was man so auf dem Urlaub mitnimmt. All unseren schönen Möbel, unsere wunderschöne Antiquitäten waren weg.

Mir gefiel es dort als Kind. Dort waren viele Kinder mit denen mal spielen konnte und ... das war für mich völlig neu, dort stand ein Teebehälter wo man immer Tee trinken konnte.

Wir schlufen in einer Art Halle, wobei ich nicht mehr weiß ob die Erinnerung wirklich stimmt. Wir hatten alle Hochbetten und es war ziemlich voll mit Menschen. Dort traf man alle Übersiedler aus der DDR oder die sog. Spätaussiedler aus den Ostgebieten. Das ist schon merkwürdig. Das es gerade mal vor etwa 20 Jahren flüchtende Deutsche gab. Irgendwie ist das alles vergessen.

Mein Vater erinnert sich an einen Mann. Er erzählte, dass er ihn immer, einfach immer draußen sitzen sah. Irgendwann mußte mein Vater fragen, warum er immer draußen sitz. Der Mann war uralt und stammte aus Sibirien, ein Rußlanddeutscher. Er antwortete: "ich hab in meinem ganzen Leben noch nie so schön in der warmen Sonne sitzen können".

Ja die Geschichten des kleinen Mannes... geraten viel zu schnell in Vergessenheit.

Schaut auch folgende Seite mal an: www.friedlandhilfe.de. Vielleicht könnt auch ihr helfen den kleinen Mann nicht zu vergessen.

„Völker, entsaget dem Hass – versöhnt Euch, dienet dem Frieden – baut Brücken zueinander“
(Text auf einem Heimkehrerdenkmal aus Friedland)

Donnerstag, 20. November 2008

Lieb sein / Aggressionen

Hallo ihr Lieben. Ich hab in dieser Woche ein größeres Problem.

Ich war in einem Alter ab etwa 13 Jahren furchtbar. Ich pöbelte, schlug mich, beleidigte und war frech. Ich bekam die Kurve, konnte aber die große Gosche teilweise nicht aufgeben.

Ich kaufte mir vor etwa 2 Jahren ein schönes Buch. "Die Seele schützen" von Sandra Ingerman. Eigentlich dachte ich es ist ein Buch mit magischen Ritualen, wo ich meine Seele vor Angriffen schützen könnte. Weit gefehlt =) Es geht eigentlich um ganz normale Arbeit an dir selbst wie man glücklich und zufrieden werden kann und wie man sich zum positiven ändern kann. Das Buch ist wirklich super!

So startete ich nun in mein neues Leben, der Beherrschtheit. Es klappte super! Ich hatte das Gefühl, dass ich strahlte. Doch dann kamen die letzten zwei Wochen. Es gab derart viele Tritte gegen mich, dass ich die Menschheit nicht mehr verstand. Ich mein ich hab die Menschheit noch nie wirklich verstanden, aber da wußte ich teilweise nicht wie ich auf manche Menschen reagieren sollte. Ich war so tief verletzt... nicht weil ich ein großes Ego habe, sondern das das Verhalten von denen Person total ohne Mitleid war. Manchmal hatte ich das Gefühl, es waren gar keine Menschen. Ich verstand die Welt nicht mehr.

Ich konnte tagelang nicht schlafen, war schlechtgelaunt, weinte weil ich keine Unterstützung bekam. Ich merkte, dass ich die "freundliche" Schiene nun nicht mehr lange halten kann. Ich entdeckte erstmals Fehler. Freundlich sein heißt nicht die eigene Klappe zu halten, damit andere dich mögen oder damit du ja in Harmonie fliegen kannst. Das wollen manche Menschen sowas von gar nicht. Die Harmonie... Ich fühlte mich in den letzten Tagen als hätte ich ein großes Schild mit mir herumgetragen auf dem steht: "ich bin ein Fußabtreter"

Es kam wie es kommen mußte. Ich sahs im Zug vor mir zwei Jugendliche die nichts besseres zu tun hatten, als Bier zu trinken, zu rauchen und dann noch Musik laut anzumachen. Zwei Leute sagten sie sollen aufhören. Als sie sich noch drüber lustig machten, merkte ich schon mein Adrenalin. Ich stand auf und aus mir purzelten nur die Worte so raus. Sie waren erstaunt, dass ne Frau mal was sagt, machten sich aber gleich drüber lächerlich. Nebenbei das geht mir auch aufn Sack, dass man als Frau teilweise nur Respekt bekommt, wenn man sowas von knallhart ist.

Naja sie wollten auch nicht auf mich hören, also stieg ich auf. Das fanden sie wohl nicht mehr so lustig, sondern machten sich vor Angst fast in die Hose und steckten alles ein und weg. Ich wollte eigentlich nur dem Zugfahrer bescheid sagen, sie dachten wohl ich will sie hauen. Naja letztendlich nach paar Beleidigungen danach war Stille im Zug. Und ich fühlte mich unglaublich erleichtert, auch wenns peinlich war. Ich habs gebraucht, ich habs echt gebraucht. Gestern hat auch einer gedacht, er könne hier den Chef spielen. Da hab ich auch meinen Mund aufgemacht, aber sachlich. Ich werde den Mittelweg schon finden... Der Ausflipper im Zug war natürlich scheiße, ich habs aber einfach gebraucht, da ist so richtig der Damm gebrochen. Nun arbeite ich wieder daran, einen guten Mittelweg zu finden. Ehrlichkeit ist mir eigentlich wichtig, nur manche verwechseln Ehrlichkeit oder Wahrheit mit dem NIedermachen von Menschen. Man kann Ehrlich sein ohne das es weh tut.

Niphredil´s Hexentaverne

Ein Blog von einer Hexe, Studentin, Frau und Fotografin...

Zitat des Monats:

Es wohnt Genuss im dunklen Waldesgrüne, entzücken weilt auf unbetretener Düne, Gesellschaft ist, wo alles menschenleer, Musik im Wellenschschlag am ewigen Meer. Die Menschen lieb ich, die Natur noch mehr. Lord Byron

***~~***

https://sensemann-zu-besuch.blogspot.com/

Aktuelle Beiträge

Sehr denkwürdiger Moment
Großartig , fantastisch und wunderbar Reise https://www.missydre ss.ie/debs-dresses.html
Mezsou (Gast) - 7. Apr, 07:26
nette Fotos
Alles Gute zum Jubiläum, wirklich schöne Kleider, die...
Spitzer (Gast) - 18. Mär, 08:35
Hochzeitskleid
Wow! Wo wahrt ihr denn da? Atemberaubend. Da würde...
Johanna (Gast) - 17. Dez, 14:02
2013 - die Vorsätze
Habe mal die alte Liste vorgeholt und fange mal an...
Niphredil - 4. Mär, 14:57
Schön, dass Du meine...
Schön, dass Du meine Examensarbeit zitierst. Wenn Du...
Horst Heindrichs (Gast) - 6. Jan, 18:25

Ich wäre ein:

I am a
Snapdragon

What Flower
Are You?

Status

Online seit 6310 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 7. Apr, 07:26

Besucherzahl:


~ Gedichte
~ Hochzeit
~ Hundeleben
~ Empfehlenswert
~ Fotografie
~ Garten
~ Gesang
~ Hexischer Alltag...
~ Jahresverlauf
~ Natur
~ Philosophisches...
~ Politik
~ Rezepte
~ Schwangerschaft
~ Tod
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren
development