Was ist für euch eine starke Frau? Für mich ist eine starke Frau, wenn sie genau weiß, wann sie ihre Stärke einsetzen soll. Manchmal lohnt es sich und manchmal nicht. Im Fernsehen werden starke Frauen folgendermaßen definiert: 7 Kinder und arbeitet volltags. Oder: 4 Kinder, Krebs und arbeitet Ganztags. "Normale" Frauen sind nicht erwähnenswert stark. Ein Mann hingegeben braucht das alles nicht um als stark zu gelten.
Ich weiß, wann ich meine Stärke brauche und manchmal denk ich eben: Leckt mich doch am Arsch und machts unter euch. Stärke braucht auch mal Ruhe.
"Warum hat sie nichts gesagt?" Diesen Satz hab ich an diesem Wochenende so oft gehört, dass ich dachte ich müsste aus der Haut fahren (seit langer Zeit mal wieder). Ihr wisst ich spiele manchmal online und wir hatten bei uns der Gilde eine Frau. Und diese Frau wurde nicht unbedingt gut behandelt. Sie wurde derbst sexuell beleidigt. Im Gespräch mit ihr wollte sie das erst nicht zugeben. "Ich will kein Stress". Als ich die (insgesamt drei) Männer damit konfrontierte, fragten sie alle, warum sie nichts gesagt hat. Und zudem waren sie auch noch schwer beleidigt, dass sie nichts gesagt hat. Einer redet nicht mehr mit mir, weil ich in dem Fall geschlichtet habe.
Wie soll eine Frau auch was sagen? In einem Bereich, der ihr das Vertrauen und den Mut genommen hat, da sollen Frauen um Hilfe bitten? Ehrlich man wehrt sich gegen sexuelle Angriffe und der Mann ist auch noch beleidigt. So läuft es in unserer Gesellschaft. Männer sind beleidigt und Frauen wollen kein Stress. Keine gute Mischung.
LG
Niphredil - 13. Feb, 21:44
Niphredil - 8. Feb, 11:09
Geburtstag und 11jähriges hinter mich gebracht. Wie mein Geburtstag war möchte ich eigentlich nicht viel dazu erzählen. Der Morgen war so schlimm, dass ich mich anzog und in unseren Wildpark gefahren bin.
Ich war die einzige Besucherin im ganzen Park. Es hat geregnet und es war kalt. Aber die Luft tat richtig gut. Also verbrauchte ich ne lange Zeit bei den Ziegen. Trotz Regen kamen Sie zu mir und so konnte ich sie ausgiebig füttern und kratzen. Dafür hatte ich den ganzen Tag Ziegengestank an meinen Fingern und nicht mal Seife konnte das wegzaubern.
Weiter ging es zu den Wisent und Wildschweinen rüber zu den Enten. Und es ist erstaunlich wie die Tiere miteinander reden. Wenn man alleine ist merkt man schon, wenn die Tiere einen warhnehmen und dann gibt irgendeins, meistens das was nahe am Weg steht einen Ton, exakt einen, von sich. Dann schauen zwei andere hoch, prüfen und meistens wird einfach weiter gefuttert.
Unterkühlt und nass fuhr ich wieder nach Hause und genoß erstmal den Tee. Ich sagte meine Feier am Abend ab. Ich wollte meine Ruhe. Und so verging langsam der Tag als aufeinmal meine Eltern vor der Tür standen. Als mein Vater versuchte einen Streit zu beginnen, hab ich ihnen die Tür gezeigt. Nur eine Entschuldigung, nur einmal im Leben eine Entschuldigung. Stattdessen saßen meine Eltern fast eine Stunde im Auto und überlegten, ob sie gegenüber ihrer Tochter eine Entschuldigung aussprechen könnten. Sie konnten es nicht, sie fuhren wieder nach Hause. Und irgendwie kam es, dass am Abend doch verzeinzelt Leute vorbeikamen und meine Schwiegermutter spontan eine Pizza spendierte, weil wir alle so Hunger hatten. Der Tag endete doch schön.
Ich bekam übrigens ein Blitz für meine Kamera =) Das Canon 430EX II.
Am Samstag feierte ich und mein Mann unser 11jähriges "bestehen" ^^. Der Weiße Bock in Heidelberg hat uns wirklich kulinarisch verwöhnt, aber leider wurden unsere Rosen vergessen, was für solch ein gehobenes Restaurant natürlich mehr als mies war. Aber das Essen war wirklich top. Danach machten wir uns auf den Weg Richtung Providenzkirche, da dort Faun gespielt hat =)
Ich fand jetzt nicht, dass es ihr bestes Konzert war aber ok. Die neue Sängerin ist wirklich süß und hat eine atemberaubende Stimme, aber irgendwie passt das noch nicht so alles zusammen. Ganz enttäuscht war ich von Tinta und Tanz über die Brücke. Die Lieder klangen irgendwie völlig anders als sonst. Aber die Stimme von der Neuen, hola die Waldfee ^^ Die beste Sängerin bisher, aber leider leider passt das noch nicht so zu Faun. Für mich waren die Lieder zu hart, zu laut, noch wenig Gefühl drin. Einmal Text vergessen ^^ Aber macht wirklich nichts, Oliver Satyr war auch nicht so ganz bei der Sache, irgendwie konnte er sich nicht artikulieren ^^ Aber auch ganz süß...
Im Großen und Ganzen war das Konzert für mich OK. Jetzt soll ja ein neues Album vorbereitet werden und ich glaube da werden sie auch als Gruppe zusammenwachsen.
LG
Nip
Niphredil - 7. Feb, 10:49
Irgendwie verfolgten mich dieses Wochenende zwei Themen: Das Fremde und die Dunkelheit.
Das Fremde: wir denken stets, dass wir unsere eigenen Erfahrungen machen in unserer Gesellschaft. Wir stehen jeden Tag auf, gehen in die Arbeit, verbringen Zeit mit Freunden. Wir sind wir. Wir leben unser Leben. Und doch hat man irgendwann das Gefühl, dass das doch nicht alles sein kann. Machen wir wirklich unsere eigenen Erfahrungen, wenn wir seit unserer Geburt in "unserer" Umgebung bleiben? Wo ist das "ich"? Ist es so schwer in unserer jetzigen Gesellschaft zu bestehen, wenn wir von Geburt an unsere Umwelt und ihr Leben gewöhnt sind?
Ist es vielleicht nicht so, dass wir unsere Erfahrungen erst finden, wenn wir ins Fremde gehen? In ein neues Land, mit neuer Sprache und Kultur. Erst dort ist es uns doch möglich, dass Neue in uns zu finden. Vielleicht unseren wahren Kern? Nicht umsonst hab ich im Studium gelernt: das eigene im Fremden und das Fremde im Eigenen finden. Das Fremde sozialisiert uns neu, aber der Unterschied ist, dass wir uns sozialisieren und nicht wer anders. Es werden unsere Gedanken und unsere Erfahrungen und nicht welche, die andere Menschen durchlebt und dabei ihre Fußstapfen hinterlassen haben. Fußstapfen sind doch längst vergangen, man kann nur hoffen, dass einmal das Meer darüberwellt und uns einen reinen Strand hinterläßt.
Die Dunkelheit: Lernte ich dieses Wochenende durch ein Buch kennen. Ich stöberte bei Amazon und fand das Buch "Dunkeltherapie". Schon fühlte ich mich angezogen, da ich stets heimlich überlegte, ob soetwas wie in einer Höhle leben für 2 Wochen überhaupt möglich wäre. Natürlich in der Dunkelheit. Von Samstag auf Sonntag lernte ich die Dunkelheit kennen. Ich lag von 3 Uhr morgens bis 6 Uhr morgens wach. Ich hörte Sachen, Fratzen bildeten sich vor meinem Gesicht. Dunkelheit hält man nicht aus. Also stand ich auf und beobachtete wie das Schwarze zu Blau wurde und dann zu Rosa. Der Morgen war wunderschön und das Rührei mit Hagebuttentee einfach Balsam für die Seele.
Heute morgen erschrak ich als ich durchs Fenster schaute und genau vor dem Fenster ein schwarzer Rabe sahs. Ich hatte irgendwie was anderes erwartet. Er wollte mich erinnern. Ich sagte:" den Todesvogel nennen Sie dich. Ich habe keine Angst."
Irgendwie führt dich irgendwas immer auf deinem Weg.
LG
Niphredil
Von Samstag auf Sonntag:
Im Hellen ist vieles Unwesentlich. Man richtet den Blick auf alles, man sieht verzerrt.
Im Dunkeln siehst du das Wesentliche. Man richtet den Blick auf eine Sache, man sieht klar.

Niphredil - 31. Jan, 13:24
"Der Preis des Lebens" ist ein Artikel aus der Zeit. In diesem Artikel wird sich die Frage gestellt: Wieviel soll uns die Hoffnung auf ein paar Tage, Wochen oder Monate mehr Lebenszeit wert sein? Gefolgt von der Frage: Müssen Krankenkassen für jeden noch so kleinen, manchmal sogar fraglichen Behandlungsvorteil jede Summe zahlen?
In diesem Artikel wird angegeben, dass Spezialpräperate mehr als 1/4 des Arzeimittelbudgets schlucken, obwohl sie nur 2% der Verordnung ausmachen. Spezialprodukte sind in diesem Fall bestimmte Arzneien, die einen Tumor daran hindern weiter zu wachsen (die Wirkung ist umstritten). Fakt ist, das für diese Tabletten die Wirkung schlicht nicht ausreichend belegt ist. Nicht nur, dass die Wirkung nicht genau untersucht ist, lehnt u. a. Novartis (der Konzern, der diese Tabletten herstellt) die Offenlegung der Kalkution aus. Die Pharmabranche nimmt was sie kriegen kann, heißt es im Artikel.
Fakt ist auch, dass sich eigentlich seit Jahrzehnten kaum etwas an den Behandlungsmethoden für Krebs getan hat. Von der Pharmaindustrie und auch von Ärzten wird uns ein anderes Bild dargestellt. Letztlich sind wir genauso weit wie vor paar Jahrzehnten, dass muss man sich mal vorstellen.
Was ist nun meine Meinung dazu? Ich bin ein großer Verfechter davon, dass Leben nicht gegen Geld abgewogen werden kann. Wer diese Tabletten braucht, soll sie haben. Ich zahle gerne dafür. Ich bin aber dagegen, dass den Leuten einmal falsche Hoffnungen gemacht werden und die Gesellschaft es einfach nicht akzeptieren kann, dass man irgendwann sterben muss. Ist da nun ein Krebspatient, den man aufklärt und er den Tod zumindestens anerkennt, dann soll er die Tabletten haben, er wird sie aber wahrscheinlich gar nicht nehmen.
Diese Krebstabletten haben teilweise furchtbare Nebenwirkungen. Ein Mann hat während der Einnahme so ein entstelltes Gesicht gehabt, dass er nicht mehr vor die Türe ist. Ein würdevolles Sterben ist nicht möglich. Das ist kein Leben, dass ist Leid. Das Medikament stoppt vorzeitig das Wachstum ja, aber die Wirkung lässt nach und der Tumor kann dabei umso schneller wachsen und der Mensch kann sogar früher versterben.
Ein Betroffener sagt: "Die Hoffnung stirbt zuletzt". Diesen Satz muss man sich wirklich mal durch den Kopf gehen lassen. Nicht man selbst stirbt zuletzt oder der Geist, nein die Hoffnung ist das aller allerletzte, dass ist das letzte was von einem Menschen bleibt nach seiner Meinung.
Es gibt Patienten, die sind über 70 Jahre alt und nehmen diese Tabletten. Er sagt: "Ich will doch leben". Meine Kritik ist eine Kritik, die sich an die Ärzte und die Pharmaindustrie richtet. Bewiesen ist: Reden die Ärzte offen über die Probleme der Medikamente, dann entscheiden sich 70% gegen die Einnahme. Es gibt aber Ärzte, die versprechen mehr Lebenszeit und Tumorwachstumsstopp.
Am selben Abend stellte ich mir die Frage: Warum gibt es ihn überhaupt, den Tod? Ich habe gestern zufällig von Weismann ein Zitat gelesen: [...] Ich glaube nicht, dass das Leben auf ein bestimmtes Maass der Dauer gesetzt ist, weil es seiner Natur nach nicht unbegrenzt sein könnte, sondern weil eine unbegrenzte Dauer des Individuums, ein ganz unzweckmäßiger Luxus wäre." Langes Leben ist Luxus, der uns nichts bringen würde. Diesen Luxus können wir uns nicht leisten. Leisten nicht im Sinne von Geld, es kostet uns aber. Es kostet uns Leid, Krankheit, Dahinsiechen und Nebenwirkungen, die unser aller Wohlbefinden schmälert.
Oft fehlt dann das Geld für eine gute Begleitung für das Sterben. Ich hoffe die Zeit kommt bald, wo Menschen geholfen wird einzusehen, dass es manchmal eben zu Ende geht. Sie nicht noch monatelang zusätzlich zu quälen, sondern sie zu begleiten, sie zu trösten, sie zu lieben und ihnen die Angst zu nehmen.
LG
Niphredil
Niphredil - 28. Jan, 10:13
Ich war auch so ein Mensch. Ein Mensch, der behauptet hat, dass es einem alleine besser geht. Dass er niemanden braucht.
Durch meine Magisterarbeit durfte ich 6 wunderschöne Menschen kennenlernen. Es waren mir völlig fremde Personen. Ich wurde in ihre Wohnung eingeladen, durfte ihre Familie kennenlernen. Sie sprachen ihre tiefsten Gedanken und Ängste aus. Weinten mit mir. Wir aßen und tranken gemeinsam.
Wir vergessen immer wieder wie einzigartig ein jeder Mensch ist. Wie gut und schön er ist. Und auch, wenn das allein sein einem nichts ausmacht (es tut manchmal sehr gut), so blüht man doch wie eine Blume auf, wenn man sich auf liebevolle Art mit einem anderen völlig fremden Menschen, den man jedoch durch die Intimität schnell kennenlernt, verbinden kann.
So muss Liebe funktionieren. Man ist allein ein grrünes Pflänzchen und öffnet dann ganz zart seine Blüte. Und von irgendwo her kommt eine Biene und nimmt ein Teil von dir mit und pflanzt es woanders ein.
LG
Niphredil
Niphredil - 21. Jan, 12:41